In dem Seniorenwohnheim am Kieferngarten wohnen fast 600 Menschen.
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Hotspot in München: In diesem Seniorenheim am Kieferngarten sind über 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Isolationsmaßnahmen nicht nachvollziehbar

Corona-Ausbruch in Münchner Altenheim: Mehr als 40 Menschen betroffen - Kontaktnachverfolgung „sehr schwierig“

  • Sascha Karowski
    vonSascha Karowski
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In einem Münchner Altenheim haben sich mehrere Dutzend Bewohner und zahlreiche Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Nun werden Maßnahmen getroffen - auf eine muss aber verzichtet werden.

  • In einem Münchner Altenheim haben sich mehr als 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.
  • Allerdings erscheint eine Isolierung vieler Betroffener schwer umsetzbar zu sein.
  • Es gibt aber in dem ganzen Drama auch gute Nachrichten.

Update vom 23. Oktober 2020, 21.00 Uhr: Der Corona-Ausbruch im BRK-Seniorenheim am Kieferngarten hat die Politik auf den Plan gerufen. CSU-Stadträtin Heike Kainz sagte: „Der Schutz der älteren Mitmenschen in unseren Seniorenheimen muss für uns oberste Priorität haben. Sie sind besonders von dieser Pandemie bedroht.“ Kainz weiter: „Es ist deshalb richtig, dass die Staatsregierung angesichts der bayernweit steigenden Infektionszahlen auch das Personal zur Kontaktverfolgung verstärkt. Betroffene Heime müssen engmaschig betreut werden.“

Wie berichtet, war es in dem Heim des Roten Kreuzes zu einem Ausbruch des Corona-Virus gekommen. 33 Heimbewohner und zehn Mitarbeiter haben sich infiziert. Der Auslöser sei schwer nachvollziehbar. „Leider lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau klären, wie die Infektion erfolgt ist“, sagt eine Sprecherin der BRK-Sozialservice-Gesellschaft. In dem Heim leben 580 Senioren, 460 selbstständig im Betreuten Wohnen. 120 Senioren leben in der stationären Pflege. 237 Angestellte arbeiten in der Einrichtung.

In dem Heim wurden Pandemie-Zonen eingerichtet. Das Haus wird durch eine externe, staatlich anerkannte Hygienefachkraft betreut. Des Weiteren werden weitere Reihentestungen vorgenommen.

SPD-Fraktionschefin Anne Hübner sagte: „Leider geht der große Anstieg der Corona-Fallzahlen auch an den Altenheimen in München nicht vorbei. Ich finde es richtig, dass im Kieferngarten versucht wird, gleichzeitig die weitere Ausbreitung zu verhindern, aber auch die Bewohner nicht in den Zimmern einzusperren. Es ist wichtig, den besonderen Bedürfnissen von Pflegebedürftigen mit Demenz auch im Fall eines Corona-Ausbruchs so gut es geht gerecht zu werden.“ ska

Meldung vom 22. Oktober 2020, 18.34 Uhr: München - Im Altenheim des Bayerischen Roten Kreuzes am Kieferngarten haben sich 33 Heimbewohner und zehn Mitarbeiter mit Corona* infiziert. „Leider lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau klären, wie die Infektion erfolgt ist“, sagt eine Sprecherin der BRK-Sozialservice-Gesellschaft zur tz. In dem Heim leben insgesamt 580 Senioren, 460 selbstständig im Betreuten Wohnen. 120 Senioren leben in der stationären Pflege. 237 Angestellte arbeiten in der Einrichtung.

Bei den infizierten Bewohnern handele es sich um Bewohner der stationären Pflege. „Der überwiegende Teil der Infizierten wohnt in einem Wohnbereich. Die dort lebenden Menschen sind demenziell verändert“, sagt die Sprecherin. Die Menschen hätten einen hohen Bewegungsdrang, Isolationsmaßnahmen mit ausschließlichem Aufenthalt im Zimmer seien nur schwer umsetzbar und für die Bewohner auch nicht nachvollziehbar. „Daher ist die Kontaktnachverfolgung sehr schwierig.“

Markus Söder rechnet mit schnellem Anstieg der Infektionszahlen

Corona-Ausbruch in Altenheim: Pandemie-Zonen und weitere Reihentestungen als Reaktion

Eine Sprecherin des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) sagt zur tz: „In dem Heim wurden Pandemie-Zonen eingerichtet. Zur Pflegedienstleitung besteht ein intensiver Kontakt, alle Hygiene- und Isolierungsmaßnahmen wurden mit dem RGU abgestimmt.“ Zudem werde die Einrichtung durch eine externe, staatlich anerkannte Hygienefachkraft betreut. Desweiteren würden weitere Reihentestungen* in Absprache mit dem RGU realisiert.

Der Sozialservice des Bayerischen Roten Kreuzes ist Träger von 26 Seniorenwohnanlagen in ganz Bayern. Außer in dem Heim Kieferngarten ist es nirgends zu Ausbrüchen des Coronavirus gekommen. Und dort seien die betroffenen Personen überwiegend symptomfrei*. „Lediglich eine Mitarbeiterin weist Grippe-Symptome auf. Keiner der Betroffenen befindet sich im Krankenhaus.“ (S. Karowski) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Wie sich die Corona-Krise in Bayern* entwickelt, erfahren Sie in unserem News-Ticker. Markus Söder muss sich derweil wegen seiner Alleingänge im Landtag heftige Vorwürfe gefallen lassen.

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