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Parkstadt München Schwabing: Nachfrage an Büroflächen ist gestiegen. Investor plant um. 

800 Einheiten futsch

Parkstadt Schwabing: Aus für Wohnungen - Investor plant jetzt um

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Herber Rückschlag für die Wohnbaubemühungen der Stadt: Auf einer Teilfläche im Süden der Parkstadt Schwabing sollten 800 Wohnungen entstehen. Doch der Investor plant um. 

München - Microsoft, Amazon, Fujitsu, IBM, Commerzbank – das sind nur einige der prominenten Firmen, die sich in der Parkstadt Schwabing angesiedelt haben. Die Highlight Towers bilden den markanten architektonischen Hochpunkt dieses 40,5 Hektar großen Quartiers im Karree zwischen Schenkendorfstraße, Domagkstraße und Autobahn A9. 12.000 Menschen arbeiten in dem neuen Stadtteil, rund 2500 wohnen dort. Schon seit geraumer Zeit ist in München eine politische Diskussion darüber entbrannt, wie viel neues Gewerbe für die Entwicklung der Stadt überhaupt noch gesund ist. Weil es Fläche frisst und weil es weiteren Verkehr in die ohnehin schon überfüllte Metropole zieht. Wohnungen hingegen sind ein knappes Gut.

Schwabing: Gewerbe statt Wohnen

Im Süden der Parkstadt – nahe der Schenkendorfstraße – befindet sich das letzte unbebaute Areal dieses Quartiers. Laut Bebauungsplan aus dem Jahr 1999 ist Gewerbe dort zulässig. Die Stadt hatte allerdings mit dem Investor Argenta vor einem Jahr vereinbart, dass in einem Teil des Areals die Pläne modifiziert werden und 800 weitere Wohnungen entstehen sollen, darunter auch geförderte. Doch daraus wird nichts. Nach Auskunft der Stadt hat der Grundstückseigentümer umgedacht. Nun heißt es plötzlich wieder: Gewerbe statt Wohnen. Auch ein großes Hotel ist geplant.

Parkstadt Schwabing: Um diese Fläche geht es.

Stadtbaurätin Elisabeth Merk ist wenig begeistert: „Die Neuausrichtung der Planungen stellt insbesondere für den bezahlbaren Wohnungsbau einen herben Verlust dar, der äußerst schmerzlich für uns ist.“ Sie werde aber nicht nachlassen, sich dafür einzusetzen, „dass wir auf der Basis der Einigung von Dezember 2018 die ursprüngliche Planung fortführen können, um dort ein attraktives urbanes Gebiet mit gefördertem Wohnraum schaffen zu können“. Betroffen ist die Fläche zwischen Anni-Albers-, Lilly-Reich- und Lyonel-Feininger-Straße. Immobilienentwickler Argenta gab gestern bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu dem Sinneswandel ab.

München hat Wohnpläne

Stadtbaurätin Elisabeth Merk ist wenig begeistert.

Die Stadt bemüht sich derzeit stadtweit, Gewerbegebiete für Wohnen umzunutzen. Das klappt jedoch nicht immer. Die Nachfrage nach Büroflächen sei in den vergangenen Jahren in der Parkstadt wieder gestiegen, heißt es vom Planungsreferat. Ein Trend, der nach Erkenntnissen der Stadtverwaltung in ganz München feststellbar ist. Projektentwickler würden künftig verstärkt in Gewerbe und weniger in Wohnen investieren, weil dies rentabler sei.

Parkstadt Schwabing: Gewerbe ist dort zulässig

Die Anfänge des städtebaulichen Projektes in der Parkstadt Schwabing reichen bis ins Jahr 1989 zurück, als das Areal noch von Industriebetrieben geprägt war. Wesentlicher Motor für die Entwicklung der einstigen Industriebrache war die Unternehmensgruppe Argenta. Um die neuen Wohnquartiere haben sich zahlreiche moderne Unternehmen angesiedelt.

Allerdings vermissen Anwohner und Lokalpolitiker des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann städtisches Flair und urbanes Lebensgefühl in der Parkstadt. Die Planungen einer „Urbanen Mitte“ mit Restaurants, Cafés und Geschäften sowie eines Bürgertreffs an der Kreuzung Anni-Albers-/Lyonel-Feiniger-Straße sollen diesen Missstand beheben. Laut Planungsreferat wird dieses Ziel auch trotz der Neuausrichtung des Investors weiterverfolgt.

Zuletzt gab es auch immer wieder Klagen von Anwohnern über gravierende Parkplatzprobleme in der Parkstadt Schwabing. Pendler belegen die Stellplätze der Anwohner, was sich wohl kaum bessern dürfte, wenn nun weitere Büroflächen entstehen. Auch Hotelgäste suchen in der Parkstadt nach einem Abstellplatz für ihr Auto. 

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