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Auf der italienischen Website camperonline.it finden sich zahlreiche Bewertungen, die von der kostenlosen Campingmöglichkeit in der Osterwaldstraße schwärmen.

Fußläufig zum Englischen Garten

Schwabinger laufen Sturm: Hunderte Wildcamper aus Italien folgen “Geheimtipp“ aus dem Internet

Ein italienisches Internetportal preist die Osterwaldstraße in Schwabing als angeblich beste Campingadresse Münchens an. Die Anwohner wehren sich gegen die Wildcamper.

München - Auf der italienischen Website camperonline.it finden sich zahlreiche Bewertungen, die von der kostenlosen Campingmöglichkeit in der Osterwaldstraße schwärmen. „Nur fünf Minuten zu Fuß vom Englischen Garten entfernt“, lautet beispielsweise einer der Kommentare übersetzt. „Mit dem Rad ist man schnell in der Innenstadt und es gibt sogar einen kleinen Einkaufsladen für das Nötigste.“ Sucht man auf dem Portal auf Italienisch nach „Parken in München“, so ist die Osterwaldstraße der Toptreffer. Das Problem: Dort befindet sich gar kein Campingplatz. In der Straße liegen lediglich öffentliche Parkplätze, die für alle gratis sind.

Nachtruhe in Schwabing gestört

In der Straße ist man erbost über die ungebetenen Gäste. „Insbesondere unsere Nachtruhe wird durch diese Touristen gestört“, schreibt eine Anwohnerin in einem Brief an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der unserer Redaktion vorliegt. „Wahrscheinlich könnte am schnellsten und wirkungsvollsten ein Camping-Verbotsschild helfen.“

Ein Screenshot von Camperonline.it

Die Zahl der Wohnmobile dort variiert stark, erzählen Anwohner. Am vergangenen Allerheiligen-Wochenende sollen an der Osterwaldstraße über 40 Wohnmobile gewesen sein, davon die meisten mit italienischen Kennzeichen. Die absolute Stoßzeit seien allerdings die Wochenenden rund um das Oktoberfest gewesen. Da sei die Lärmbelästigung am schlimmsten, da viele Gäste erst nachts zu ihren Wohnmobilen zurückkommen und lautstark draußen weiterfeiern, klagen die Anwohner.

Schaffen Schilder Abhilfe gegen die Camper?

Bereits vor einigen Jahren hatte der Bezirksausschuss (BA) Schwabing-Freimann einen Antrag gestellt, Schilder aufzustellen, die anzeigen, dass das Abstellen von Wohnwagen in der verkehrsberuhigten Osterwaldstraße verboten ist. Das Kreisverwaltungsreferat hatte die Bitte damals abgelehnt. Durch die Werbung des italienischen Onlineportals hat sich die Situation in der Straße aber zuletzt derartig zugespitzt, dass Anwohner bereits zur Selbstjustiz griffen. Nummernschilder der Camper sollen schwarz angestrichen worden sein, um diese zu vertreiben. Auch Autoreifen sollen zerstochen worden sein, berichtet ein Anwohner vor Ort unserer Zeitung. Angezeigt haben die Opfer die Fälle bei der Polizei allerdings nicht.

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Auf der jüngsten Sitzung des BA wurde das Thema erneut aufgegriffen. „Wir kennen ähnliche Situationen auch von anderen Stadtteilen“, sagte Ekkehard Pascoe (Grüne). „Es gibt rechtlich keine Grundlage, den Campingmobilen zu verbieten, dort zu stehen. Die Unterstellung, dass die Fahrzeughalter dort schlafen, muss von der Polizei in irgendeiner Weise festgestellt werden.“ Denn das ist verboten. Laut Polizei seien bislang allerdings kaum Anzeigen gegen Wildcamper eingegangen. „Anwohner sollten bei Verdachtsfällen immer sofort die Polizei rufen“, sagte Patric Wolf (CSU). „So kann festgestellt werden, wie häufig Touristen dort campen und vor allem, wie lange. Erst dann kann die Stadt über Schilder oder sonstige Maßnahmen entscheiden.“

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Im Internet dreht sich schon der Wind

Ein Problem sei allerdings, dass es durchaus erlaubt ist, eine Nacht auf den öffentlichen Parkplätzen zu verbringen, um nach einer langen Reise die Fahrtüchtigkeit des Fahrers wiederherzustellen, erklärt die Polizei in Schwabing. Zudem gehöre nicht jedes Wohnmobil dort einem Touristen. Wenn es wärmer wird, will die Polizei nun in der Osterwaldstraße verstärkt Streife fahren, um Langzeitcamper aufzuspüren.

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Die Beschwerden der Anwohner scheinen zumindest im Internet bereits vorsichtig Wirkung zu zeigen. Die beiden jüngsten Rezensenten der Osterwaldstraße vergaben auf dem italienischen Internetportal im November lediglich jeweils einen Stern. Die Polizei sei nachts gekommen, die Parkplätze in der Straße seien keine genehmigte Campingmöglichkeit und von einer Fahrt hierher sei nur abzuraten. „Wir waren gerade dort: Leider sind die Anwohner gegen Camper auf den Parkplätzen“, schreibt ein anderer Camper. Ob und wie schnell sich das in der italienischen Camperszene herumspricht, wird sich vermutlich erst wieder bei etwas wärmeren Temperaturen zeigen.

Michael Hellstern

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Schwabing– mein Viertel“. 35 Euro Strafe, obwohl man ein Parkticket gelöst hat? Solch einen Strafzettel bekamen einige Autofahrer am P+R-Parkplatz in Fürstenfeldbruck, berichtet Merkur.de*.

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