TSV 1860 München zu Geisterspiel verurteilt

TSV 1860 München zu Geisterspiel verurteilt
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Sebastian ­M.  (27) und seine Freundin Cecille M. (24) wohnten unter dem Dach. Als das Feuer im Februar hier ausbrach, waren sie nicht zuhause. Zurück in ihre Wohnung können sie immer noch nicht. Die Sanierung zieht sich.

Hausverwaltung vertröstet Parteien immer wieder

Nach Brand in Freimann: Bewohner stehen vor dem Nichts

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München - Ein schlichtes Kabel, ein technischer Defekt – und plötzlich stehen mehrere Familien vor dem Nichts. Nach einem Hausbrand in Freimann kümmert sich die Hausverwaltung nur zögerlich die Renovierung.

 „Um 8 Uhr in der Früh haben wir alle das Haus verlassen müssen“, sagt Manfred Sieger. An diesem 28. Februar lodern die Flammen im Dachgeschoss eines Gebäudes an der Grusonstraße. Zwölf Parteien wohnen dort. Für sie gibt es kein Zurück mehr. Bis heute!

Bei dem Brand in Freimann entstehen laut Feuerwehr 500.000 Euro Schaden. Rund 100 Einsatzkräfte waren im Einsatz, vier Löschfahrzeuge vor Ort. An dem Schaden sind noch nicht mal so sehr die Flammen schuld. Große Teile des Gebäudes sind vielmehr durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen worden. Unbewohnbar, heißt es. Das ist nun Monate her. Seitdem lebt Manfred Sieger in seinem Gartenhaus. „Ich schlafe auf Kartons.“ Eine ältere Dame im Rollstuhl kam nach dem Brand in der Bahnhofsmission unter, wohnt jetzt vorübergehend in einem Heim der Awo. Den Aufenthalt zahlt sie aus der eigenen Tasche! Einige andere Ex-Bewohner haben sich selbst um eine neue Bleibe gekümmert.

Manfed Sieger zeigt die Überreste einer Wohnung. Der 40-Jährige lebt seit Monaten in seinem Gartenhaus.

Denn: „Es geht hier nichts voran“, sagt Manfred Sieger. Er ist sauer auf die Hausverwaltung. Die habe zunächst mehrere Tage gebraucht, um das Gebäude mit einer Plane zu schützen. „Da war noch Winter, es hat geschneit und geregnet.“ Der Schaden sei dadurch noch größer geworden. Erst nach vier Wochen seien Bautrockner aufgestellt worden, nasse Tapeten und Holzverkleidungen wurden entfernt. Nach weiteren vier Wochen kamen die Maschinen wieder raus. „Das war zu kurz“, sagt Sieger. Mittlerweile mache sich der Schimmel in den Gebäuden breit.

Von der Verwaltung werde er stets nur vertröstet. „Es heißt immer, die Sanierung gehe bald los, aber ein Datum nennt mir niemand.“ Sieger und die Bewohner fühlen sich allein gelassen. „Es hat sich niemand um uns gekümmert und mal gefragt, wie es uns geht oder ob wir irgendwo untergekommen sind“, sagt der 40-Jährige. „Wir stehen da wie die Bittsteller.“

Großbrand in Freimann - "Da hätte was explodieren können!"

Auch gegenüber der tz will sich die Hausverwaltung nicht äußern. Eine entsprechende Anfrage blieb über mehrere Tage hinweg unbeantwortet.

Sascha Karowski

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