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Soll umgebaut werden: das Schwabinger Krankenhaus.

Brandbrief an den OB

Notaufnahme am Klinikum zu klein? Ärzte schlagen Alarm

München - Kleiner soll es werden, aber moderner: Stolz hat die Geschäftsführung der städtischen Kliniken vor einigen Wochen die neuen Umbaupläne für das Schwabinger Krankenhaus präsentiert. Mediziner aus dem Stadtbezirk warnen jetzt aber vor einer Unterversorgung. 

Schon im Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen. Allerdings sorgt das Neu-Klinikum schon jetzt bei vielen Münchner Hausärzten für mächtig Ärger. Ihr Vorwurf: Die Notversorgung im Norden der Stadt ist gefährdet. Deshalb haben sie nun ein Protestschreiben an den Oberbürgermeister geschickt.

„Die Neubauplanung für die Notaufnahme haben wir mit Bestürzung zur Kenntnis genommen“, schimpft unter anderem Allgemeinärztin Christa Scholtissek gegenüber der tz. „Die geplanten Räumlichkeiten sind so klein, dass nicht einmal die derzeitige Patientenzahl darin angemessen versorgt werden kann.“ Die Zahl der Betten solle von derzeit 283 auf künftig 95 reduziert werden. „Das ist nur noch ein Drittel – wie soll das gehen?“, fragt die Medizinerin, die eine Praxis in Schwabing betreibt.

Um eine Antwort zu bekommen, hat Scholtissek nun zusammen mit weiteren 23 Ärzten einen Brandbrief an OB Dieter Reiter geschickt. „Schon jetzt klagen die Patienten über lange Wartezeiten in den Notaufnahmen“, ist in dem Schreiben zu lesen. Die Lage würde sich so noch weiter verschlimmern. Zudem sei es alten und gebrechlichen Menschen nicht zuzumuten, bei der Notversorgung immer nach Bogenhausen oder Neuperlach gefahren zu werden. Dort könnten Angehörige aus dem Norden Münchens sie auch schwerer besuchen.

Die neue Klinik in Schwabing soll vor allem bei der Kinder- und Jugendmedizin, Geburtshilfe und Gynäkologie einen Schwerpunkt setzen. Die Kinderklinik soll 200 Betten haben und die Zahl der Geburten im Haus soll von 2200 auf 3000 pro Jahr steigen. Die Dermatologie wird im Jahr 2022 aus Thalkirchen nach Schwabing verlegt werden. Allein der erste Bauabschnitt soll 100 Millionen Euro kosten. Dass es Änderungen geben muss, da sind sich alle einig: Schwabing schreibt seit Jahren rote Zahlen. „Wir sind auch nicht generell gegen die Baumaßnahmen“, erklärt Scholtissek, „sondern dagegen, dass die Münchner im Norden der Stadt bald kaum mehr eine Notaufnahme haben.“

Reiter hat den Protestbrief der Mediziner schon gelesen. Der tz sagte er: „Die Notfallversorgung für die Münchnerinnen und Münchner ist sichergestellt – das ist mir wichtig. Den Offenen Brief speziell zum Schwabinger Krankenhaus werde ich selbstverständlich ausführlich beantworten.“ Wie, wollte er noch nicht preisgeben.

Die finanziell angeschlagene städtischen Kliniken sollen saniert werden. Der Stadtrat hatte im Sommer einen Grundsatzbeschluss gefasst, mit dem die Kliniken bis 2022 aus den roten Zahlen kommen sollen. Das Konzept sieht unter anderem eine Reduzierung der Bettenzahlen von 3252 auf etwa 2500 vor. Außerdem ist die Rede von Einsparungen beim Personal. Ein neues Zentrallabor in Neuperlach ist erst vor wenigen Tagen vom Stadtrat genehmigt worden. Mit dem Neubau sollen alle Labore in einem einzigen zusammengefasst werden. Die geschätzten Gesamtkosten für den Neubau, der sich derzeit noch in der Vorplanung befindet, liegen bei 24,8 Millionen Euro. Das Projekt könnte aber vom Freistaat mitfinanziert werden.  age, ska

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