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Im Olympiastadion steht eine Generalsanierung an.

Sanierung zu teuer

SPD will weniger Geld fürs Olympiastadion ausgeben

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München - Im Olympiastadion soll es weiter Konzerte geben. Zuletzt schien klar, dass Schwarz-Rot deshalb fast 80 Millionen Euro investiert. Jetzt schert die SPD aus.

Plötzlich scheint möglich, dass viel weniger Geld ausgegeben wird – und bei Open-Air-Konzerten Container ums Stadion für die Infrastruktur aufgestellt werden.

Es ist eines von Josef Schmids großen Projekten. Der CSU-Bürgermeister, der auch Leiter des Wirtschaftsreferats ist, will das Olympiastadion umfangreich sanieren. Retten gewissermaßen. Denn geprüft wurde zuletzt auch, ob man das Münchner Sport-Denkmal nur noch als Museum für Touristen erhält, nicht mehr für Großveranstaltungen. Schmid aber will fast 80 Millionen Euro in die Hand nehmen und den Münchnern ermöglichen, weiterhin Weltstars wie Bruce Springsteen oder Robbie Williams unterm Zeltdach zu erleben.

Auch die SPD will das Stadion in diesem Sinne retten. Einig ist man sich trotzdem nicht. Bis gestern ging Schmid davon aus, dass die Sozialdemokraten seiner favorsierten Lösung zustimmen würden. Machten sie im Stadtrat dann aber nicht – ein ziemlich ungewöhnlicher Vorgang in der neuen Rathaus-Koalition, die in den letzten Monaten sehr harmonisch funktionierte. „Das Ziel ist klar“, sagte SPD-Stadträtin Simone Burger unserer Zeitung. „Wir wollen weiterhin Rockkonzerte. Die Frage ist: Was brauchen wir dafür tatsächlich?“ Nicht so viel, wie Schmid vorschlägt – das scheint bisher die Antwort der SPD zu sein. Das Wirtschaftsreferat wollte die so genannte Variante „Fokus“ beschließen. Für 76 Millionen Euro sollten die Flächen, die bei Veranstaltungen genutzt werden auf „Neubauniveau“ saniert werden, alle anderen Flächen mit „geringfügigen Reparaturen“ aufgehübscht.

Die SPD findet, dass Schmid die hohen Kosten bisher nicht ausreichend begründet hat und ließ die Entscheidung gestern deshalb noch einmal vertagen. „Wir möchten wissen, welchen tatsächlichen Mehrwert wir haben, wenn der Stadtrat sich nicht für die mittlere Sanierungsvariante, die 35 Millionen Euro weniger kostet, entscheidet“, sagte SPD-Fraktionschef Alexander Reissl.

Bei dieser so genannten „Variante Bestandsorientierung light“ wären auch künftig Konzerte und Public-Viewing-Veranstaltungen möglich. Sanierungen im Inneren des Olympiastadions würden aber entfallen. Stattdessen würden etwa Garderoben für Mitarbeiter bei Open-Air-Konzerten in Container oder Zelte im Park ausgelagert. Die Olympiapark GmbH lehnt diese Variante ab, weil sie „in nicht vertretbarer Weise in das visuelle Erscheinungsbild des Olympiaparks eingreift“ und Kosten für „Montage, Miete, Demontage“ das Ausrichten für Veranstalter noch unattraktiver machen würden.

Die SPD überzeugte das noch nicht – was in der CSU gestern viele irritierte. Offenbar war man bis zuletzt fest davon ausgegangen, dass der Rathaus-Partner mit Schmid stimmen würde, der gerne betont, dass der hohe Sanierungsbedarf eine Folge von jahrelangem rot-grünem Nichtstun sei. Offiziell gab man sich in der CSU gestern aber sachlich. „Bürgermeister Josef Schmid gibt in seiner Funktion als Wirtschaftsreferent in der Sache richtig Gas“, sagte CSU-Stadtrat Manuel Pretzl. Bis zur Sitzung im Januar seien „nur noch einige Detailfragen“ zur Sanierung zu klären“, beschwichtigte er. Bei SPD-Stadträtin Burger klingt das schon anders. „Vielleicht“, sagte sie, „gibt es am Ende eine ganz neue Variante“.

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