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Der Mord fand im rechten Haus in einem der unteren Geschosse statt.

Angeklagte: Sie wollte es so

Prozess: Münchnerin soll pflegebedürftige Schwiegermutter ermordet haben

Sie trank mit ihrem Ex-Mann, nahm Koks, dann besuchte die Münchnerin (51) ihre Schwiegermutter in deren verwahrlosten Wohnung und drückte ihr laut Anklage ein Kissen aufs Gesicht.

München - Eine Hausfrau muss sich seit Montag wegen Mordes an ihrer pflegebedürftigen Ex-Schwiegermutter vor dem Landgericht München I verantworten. Zum Prozessauftakt wollte die Angeklagte selbst nicht aussagen. Seine Mandantin gehe aber davon aus, dass sie die 86-Jährige mit einem Kissen erstickt habe, sagte ihr Verteidiger in einer Erklärung. Die 51-Jährige habe zuvor Alkohol und Kokain konsumiert und könne sich nicht an das Wesentliche erinnern.

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Im November 2016 soll die Frau ihren Ex-Mann besucht haben, dessen Wohnung in München sich im gleichen Haus wie die seiner Mutter befand. Von 2001 bis 2013 war das frühere Paar verheiratet gewesen. Laut Anklage hatten sie am Tattag gemeinsam Alkohol getrunken und später nach der pflegebedürftigen Mutter geschaut. Diese habe generell Hilfe von außen abgelehnt. In der Wohnung hätten die ehemaligen Ehepartner die 86-Jährige auf dem Boden gefunden; sie sei wohl wieder einmal gestürzt, sagte die Staatsanwältin. Der Mann habe die Angeklagte mit seiner Mutter alleine gelassen. Die 51-Jährige habe sich mit der alten Frau über deren Situation unterhalten und sie dann gewaltsam mit einem Kissen erstickt. Dabei habe sie die Gebrechlichkeit der 86-Jährigen „bewusst ausgenutzt“.

Der Morgen des ersten Prozesstages war von den Erinnerungslücken der Angeklagten bestimmt. Sie erinnere sich an „Bilder, Eindrücke, Geräusche“, sagte der Verteidiger der Österreicherin. Die Wohnung der Schwiegermutter sei verwahrlost gewesen, es habe Kot auf dem Boden gelegen. In einem Bericht der Polizei, aus dem der Richter zitierte, ist die Rede von einer Messi-Wohnung. Die Angeklagte habe ihrem Ex-Mann gesagt, sie kümmere sich um die Mutter, weil der sich vor ihr geekelt habe, so der Verteidiger. 

Allein mit der ehemaligen Schwiegermutter sei ihr irgendwann die Idee gekommen, deren Leben zu beenden. „Es kann auch sein, dass die Schwiegermutter vorher gesagt habe, dass dieses Leben menschenunwürdig sei“, gab der Verteidiger die Erklärung seiner Mandantin wieder. Ein psychologischer Sachverständiger schilderte vor Gericht, dass die Angeklagte bei ihrem ersten Gespräch davon gesprochen habe, dass sie Mitleid mit der Ex-Schwiegermutter gehabt habe. „Es habe sie belastet, wie ihre Schwiegermutter gelebt hätte“, berichtete eine zweite Sachverständige aus einem Gespräch mit der Angeklagten. Für den Prozess sind fünf weitere Termine angesetzt.

dpa

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