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150.000 Euro Schadensersatz

Schafherde verendet: Jetzt klagt der Schäfer

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550 tote Schafe. Dieser Anblick hatte Hermann S. im August 2013 entsetzt. Seine Herde war nachts von der Fröttmaninger Heide ausgebüxt und in eine Halle gerannt. Dort fraßen sich die Wiederkäuer mit Getreide voll und starben reihenweise.

München - Schuld daran soll der Schäferhund von Josef R. sein. Der Hund sei aus einem an der Panzerwiese abgestellten Bauwagen ausgebrochen und habe die Schafe angefallen, die in Panik flüchteten. So zumindest sieht es Schäfer Hermann S. Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Vorfall hat er nun Klage am Landgericht eingereicht. Dort fordert er 150.000 Euro Schadensersatz von Josef R.

„Das ist kein gewöhnlicher Fall“, stellte der Richter gleich zu Beginn der gestrigen Verhandlung fest. So viele tote Schafe – das gibt es nicht oft. Und dass ein Hund daran Schuld sein soll, macht den Fall nicht einfacher, zumal sich alles im Dunkeln zugetragen hat. Nur einen einzigen Zeugen gab es vor Gericht, und der sieht auch noch auf einem Auge schlecht und spricht nur gebrochen Deutsch, was die Wahrheitsfindung nicht einfacher macht.

Im Prozess trug Josef R. vor, dass er seinen Bauwagen auf der Panzerwiese abgestellt habe. In dem Wagen seien auch seine Schäferhunde gewesen. Als er zu später Stunde aus einem Wirtshaus kam, war ein Hund weg. „Er war über den Nachtpferch zur Herde eingedrungen und biss fünf Schafe in den Hals“, so Hermann S. Sie gerieten in Panik, rissen aus und überfraßen sich. 550 Schafe starben, 700 überlebten. Aber: Lag das wirklich an dem Hund? Oder fehlte der Strom am Elektrozaun? Oder hat jemand nachgeholfen? Das ist bislang noch nicht geklärt.

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