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Die Boutique Bliss brannte nach der Sprengung aus.

Berufungsklage vor dem OLG

Schwabinger Bombe: Wer muss zahlen?

Fünfeinhalb Jahre ist es her, dass eine Feuerwalze die Stadt erschütterte. Wer für die spektakuläre Bomben-Sprengung in Schwabing haftet, ist aber noch immer ungeklärt.

München - Während die Axa-Versicherung 400.000 Euro fordert, weist die Stadt jede Verantwortung von sich – und sieht den Freistaat in der Pflicht. Das ist der Stand einer aktuellen Berufungsklage, die das Oberlandesgericht seit Donnerstag verhandelt. In erster Instanz hatte das Landgericht die Klage der Versicherung abgewiesen: Denn zuständig für die Sprengung der 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe war ein Kampfmittelräumdienst, der im Auftrag des Innenministeriums handelte. Städtische Experten hatten den Sprengmeister zwar beraten, er aber handelte in eigener Verantwortung – und auf Rechnung des Freistaats. Seine Entscheidungen waren staatliche.

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„Schwierige Rechtsfragen“, sah Richter Thomas Steiner sowohl auf die Stadt als auch auf die Axa-Versicherung zukommen. Beide Parteien hätten Recht – nur eine könne am Ende aber auch recht erhalten. Und für den anderen wird es teuer: Denn verliert die Versicherung, bleibt sie auf dem Schaden der Sprengung sitzen. Gewinnt sie, behält sich auch die Bayerische Versicherungskammer insgesamt 1,8 Millionen Euro an Forderungen gegen die Stadt vor. Weitere Klagen könnten folgen.

Nach Sprengung der Fliegerbombe bekämpfen Feuerwehrler die Flammen.

Fest steht: Der Kampfmittelräumdienst war schon in der Feilitzschstraße – da wurde die Stadt erst über die Notwendigkeit der Sprengung informiert. Der Bauherr hatte direkt beim Sprengmeister angerufen: Wenn die Fetzen fliegen, sind die Drähte offensichtlich kurz. „Einen Kompetenzstreit“ hat Richter Steiner hier ausgemacht. Dass Stadt und Freistaat sich nun gegenseitig die Verantwortung zuschieben, fand er „irritierend“ – und will erst am 22. März 2018 entscheiden.

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