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Erschien gestern im schwarzen T-Shirt vor dem Landgericht: der Angeklagte Benjamin S. (31)

Staatsanwaltschaft ist sicher

Nach Fan-Krieg in Freimann: Er ist der Anführer der Löwen-Schläger

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Nach einem brutalen Überfall auf eine Gruppe von Bayern-Fans 2016 steht jetzt ein 31-Jähriger vor Gericht, der der Anführer des Schläger-Trupps von 1860-Anhängern gewesen sein soll.

Sie kamen mit Baseball-Schlägern und Sturmhauben. Und griffen im Dunkeln an. Etwa 25 Anhänger des TSV 1860 München überfielen am 26. August 2016 eine Kneipe in Freimann – um Fans des FC Bayern aufzumischen. Denn im Guericke-Garten, das wussten die Löwen, schauten sich die sogenannten Stadion-Verbotler den Bundesliga-Auftakt gegen Werder Bremen an.

Die Staatsanwaltschaft ist sicher: Benjamin S. (31) war der Rädelsführer der Hooligan-Truppe. Er muss sich seit Freitag wegen besonders schwerem Landfriedensbruch verantworten. Laut Anklage organisierte er eine „geschlossene Marsch-Formation“, die das Lokal in Freimann stürmte. Gegen 21.45 Uhr schaffte es der Pächter anfangs noch, die Tür zuzuhalten, als der Schläger-Trupp anrückte. Doch die Hooligans waren stärker – und nahmen das Lokal sprichwörtlich auseinander. Stühle, Tische, Geschirr und Scheiben: Ein Großteil des Inventars wurde bei der Randale zerstört. „Für mich war der Image-Schaden aber schlimmer als der wirtschaftliche“, so der Wirt. Denn zu ihm kommen tagsüber auch Familien mit Kindern. Der brutale Überfall habe viel verändert.

Mehr zum Thema: In Hamburg griffen vermummte Hooligans des FC St. Pauli Beamte der Polizei an, sodass diese fliehen mussten, wie nordbuzz.de* berichtet.

Szene-Beobachter: „Die Sechzger wollten Rache üben“

„Die Sechzger wollten Rache üben“, sagte ein Szenebeamter der Polizei am Freitag vor dem Amtsgericht aus. Der Hintergrund: Offensichtlich hatten Bayern-Hooligans der Fan-Gruppierung „Giasinga Buam“ zuvor einen Banner geklaut. Das wollten die Löwen-Ultras nicht auf sich sitzen lassen, glaubt auch die Staatsanwaltschaft. Benjamin S. soll die Attacke auf die Kneipe der Bayern-Fans dann organisiert haben.

Der Angeklagte aber sagt: „Ich war gar nicht vor Ort.“ Angeblich hatte er kurz vor dem Fan-Krieg eine Knie-OP und konnte nur an Krücken gehen. Die Polizei überwachte aber sein Handy. „Unmittelbar vor und nach dem Angriff stand der Angeklagte mit den übrigen Anhängern in Kontakt“, sagte der Polizei-Beamte, der im dem Fall über Monate hinweg ermittelte.

Weil Amtsrichterin Meister noch weitere Zeugen hören will, wurde der Prozess vertagt. Im Juni hatte das Gericht aber bereits zwei Hooligans verurteilt, die bei der selben Randale in Freimann mitgemacht hatten: Martin R. und Nikolaj L. Beide erhielten Geldstrafen und mussten am Freitag im Fall von Benjamin S. erneut vor Gericht, verweigerten aber die Aussage. Um den Fan-Boss zu schützen! Ihm droht wohl eine Bewährungs- oder Geldstrafe.

Andreas Thieme

Lesen Sie auch:

“Renaissance der Gewalt “: Polizei-Gewerkschaft warnt vor Hooligan-Problem

Erst in der vergangenen Woche eskalierte die Situation bei einem Zweitligaspiel so drastisch, dass sich die Polizei-Gewerkschaft mit einer neuen Dimension der Hooligans konfrontiert sieht.

Polizei-Fahndung nach diesem gewaltbereiten Fußball-Hooligan

Die Bundespolizei fahndet mithilfe von Fotos nach einem gewaltbereiten Fußball-Fan des 1. FC Magdeburg. Die Polizei nimmt sachdienliche Hinweise entgegen.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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