Streit zwischen Flüchtlingen eskaliert

Mordversuch in der Bayernkaserne

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München - In der Flüchtlingsunterkunft Bayernkaserne ist am Dienstag ein Streit eskaliert: Ein Mann verletzte einen anderen am Hals. Nun ermittelt die Polizei wegen versuchter Tötung.

Erstmals seit der Aufnahme von Flüchtlingen in der mittlerweile völlig überfüllten Bayernkaserne ist es dort am Dienstag zu einem ernsthaften Zwischenfall gekommen. Nach einem gefährlichen Streit zwischen zwei Männern ermittelt die Münchner Mordkommission – wegen versuchten Mordes!

In der Kaserne in der Heidemannstraße liegen bei vielen Menschen mittlerweile die Nerven blank. Da reicht schon der geringste Anlass, um einen an sich belanglosen Streit eskalieren zu lassen. Offensichtlich ist genau das gestern Vormittag passiert. Kurz nach 10 Uhr gerieten zwei Männer – ein Libyer (31) und ein Israeli (34) – in einen heftigen Streit. Die Auseinandersetzung hatte keinen politischen Hintergrund. Vielmehr ist es nach Auskunft von Peter Preuß, Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, lediglich um ein paar Schuhe gegangen. Offenbar beschuldigte der Libyer seinen Kontrahenten, ihm die Schuhe gestohlen zu haben. Der lautstarke Streit eskalierte, plötzlich blutete der 34-Jährige aus einer Schnittwunde am Hals!

Der Notarzt kam und brachte den Israeli ins Krankenhaus. Dort stellte sich heraus, dass die Wunde nicht gefährlich war. Der Mann wurde verbunden und wieder entlassen. Der Täter wurde festgenommen und wird vermutlich in U-Haft kommen. Es liegt nun im Ermessen der Staatsanwaltschaft, ob der Fall weiterhin als Mordversuch verfolgt oder eventuell auch zu einer gefährlichen Körperverletzung herabgestuft wird.

In der Bayern-Kaserne kam es in den letzten Wochen immer wieder zu handgreiflichen Streitereien – speziell, wenn Alkohol im Spiel war. Sozialpädagogen bemühen sich jedoch nach Kräften, brisante Situationen zu erkennen und zu entschärfen, bevor sie eskalieren.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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