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Überwuchert: Das Wurzelwerk der Baumreihe an der Karl-Theodor-Straße liegt über und um die Fernheizungsleitung. Das Leck soll direkt hier vor dem Sophie-Scholl-Gymnasium sein.

Was ist der Grund für das Leck?

Täglich sickern in Schwabing 50.000 Liter Wasser in Untergrund: SWM unter Druck

Seit Wochen sickert an der Karl-Theodor-Straße Heißwasser in den Untergrund. Sehr viel Wasser: rund 50.000 Liter täglich. Der Grund ist ein Leck im Fernwärme-Netz. Doch die Stadtwerke München (SWM) kommen nicht an die Stelle heran.

München - Die Karl-Theodor-Straße wurde einst als Zufahrtsweg zu den olympischen Spielstätten angelegt. Um das Olympiadorf zu versorgen, wurde damals eine Fernheizungsleitung vergraben. Heute steht eine stattliche Allee von Platanen entlang der Straße und genau über der vor rund 45 Jahren verlegten Leitung. Doch seit einigen Wochen ist das Rohr undicht. Auf Höhe der Hausnummer 92 klafft ein Leck, das bislang nicht geschlossen werden konnte. Täglich sickern dort bis zu 50 000 Liter Heißwasser mit einer Temperatur von rund 130 Grad in den Untergrund. Das entspricht grob 350 vollen Durchschnittsbadewannen.

„Dies kann mehrere Ursachen haben“, erklärt die Pressesprecherin der SWM, Bettina Hess, auf Anfrage unserer Zeitung. „Zum einen könnte das Wurzelwerk einer Platane in die Fernwärmeleitung, den sogenannten Haubenkanal, eingewachsen sein.“ Dadurch könnte das Stahlrohr begonnen haben zu rosten. „Dies passiert zwar nicht häufig, ist aber nicht auszuschließen“, so Hess. Andere Ursachen für das Leck könnten aber auch natürliche Erdbewegungen sein. Diese entstehen, wenn der Boden friert und anschließend wieder auftaut. „Natürlich kommen auch Verschleißerscheinungen aufgrund des Alters der Leitungen vor“, sagt Hess. Lecks an den Leitungen seien im gesamten Stadtgebiet aber sehr selten.

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Hess: „Wir müssen erst einmal die Ursache für das Leck finden“

Da die Karl-Theodor-Straße zwischen der Schleißheimer und der Belgradstraße 2019 umgebaut werden soll, hat der Bezirksausschuss Schwabing-West in seiner jüngsten Sitzung dafür plädiert, die Fernheizungsleitung im Zuge der Bauarbeiten gleich unter die Fahrbahn zu verlegen. Durch den Umbau der Straße wird die bislang vierspurige Strecke auf jeweils eine Fahrspur in beide Richtungen reduziert. Dafür soll der Radweg auf der Straße liegen, wodurch die Fußgänger mehr Platz auf dem Gehweg hätten. Zugleich werden so Raser ausgebremst. Der Ausschuss schlägt zudem einen markierten Schutzstreifen auf der Fahrbahn vor, um die Sicherheit für die Radfahrer zu erhöhen.

Bettina Hess warnt jedoch vor einer vorschnellen Verlegung der Fernheizungsleitung: „Wir müssen erst einmal die Ursache für das Leck finden.“ Zusammen mit dem Gartenbaureferat gab es bereits eine Suchgrabung. Diese musste allerdings abgebrochen werden, weil das Wurzelwerk zu dicht ist. Inzwischen geht von dem Baum sogar eine gewisse Gefahr aus: „Es besteht das Risiko, dass der Baum durch die heißen Wassermengen instabil wird und eventuell umfällt“, betont Hess und verweist auf das daneben liegende Sophie-Scholl-Gymnasium: „Wir müssen die Sicherheit der Schüler im Auge haben.“

Inzwischen liegt eine Fällgenehmigung für die Platane vor. Ende nächster Woche wird der Baum umgesägt und das Wurzelwerk entfernt. Im Anschluss wird das Rohr freigelegt, repariert und genauer untersucht, um die Ursache für das Leck festzustellen. „Danach prüfen wir den Antrag des Bezirksausschusses und entscheiden, ob eine Verlegung der Leitung womöglich sinnvoll ist“, erklärt Hess.

Michael Hellstern

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