+
Der Bub mit seinen glücklichen Eltern

Schwabing

Toni (5) radelt allein durch München: Mehr als 40 Polizisten suchen diesen Bub

  • schließen

Der kleine Toni (5) ist zu einer stundenlangen Radltour durch München aufgebrochen. Die Folge: Einsatzhundertschaften und Hundeführer waren im Einsatz.

München - Die aufreibendsten und längsten Stunden ihres Lebens haben Frank und Simone Müller aus dem Kreis Fulda am Samstagnachmittag in München erlebt: Plötzlich war ihr Sohn Toni (5) wie vom Erdboden verschluckt – und mit ihm sein rotes Kinderfahrrad. Eine riesige Polizei-Aktion inklusive Einsatz von Hunden begann. Erst knapp fünf Stunden später konnten die Eltern ihr Kind wieder in die Arme schließen.

Am Samstag war die Familie Müller in München angekommen. Die drei machen seit einigen Jahren regelmäßig hier Urlaub, da die Tante in München wohnt. „Bei unserer Unterkunft in Schwabing fingen wir an, das Auto auszuräumen“, sagt Frank Müller (46). In einer Sekunde, in der Mama und Papa kurz unachtsam waren, schnappte sich Toni sein Radl und strampelte los. „Wir dachten, er kommt gleich wieder um die Ecke, fährt nur die Straße rauf und runter“, sagt der 46-Jährige. Doch Toni war weg…

Der Bub war offenbar in Entdeckerlaune. Er radelte gegen 15 Uhr von der Destouchesstraße los. Und den Eltern wurde schnell mulmig, sie riefen die Polizei. Gegen 15.45 Uhr lief der Großeinsatz an. Einsatzhundertschaften wurden losgeschickt, Hundeführer angefordert. Mehr als 40 Beamte waren schließlich im Einsatz, die nach Toni Ausschau hielten.

Dem Buben wurde nach ungefähr zwei Stunden auch etwas mulmig. An einer Bushaltestelle hielt er an und drehte sich um. „Er dachte offenbar, Mama und Papa kommen gleich hinterher“, sagt Frank Müller. Als die Eltern nicht kamen, wurde Toni unsicher. Passanten wurden aufmerksam. „Zum Glück“, sagt der Vater. Die Leute brachten den kleinen Ausreißer zur nahegelegenen Tankstelle am Frankfurter Ring, der Tankwart verständigte die Polizei.

Dort zählte man schnell eins und eins zusammen und vermutete, dass das Kind der ausgebüxte Toni sein muss. „Als wir ankamen, saß unser Sohn auf dem Rücksitz eines Polizeiautos und wirkte relativ gefasst“, erzählt der Vater. Erst, als Mama und Papa ihn erleichtert und glücklich gegen 19.45 Uhr wieder an sich drückten, wurde auch Toni klar, dass sie sich Sorgen um ihn gemacht hatten. „Als wir ihn später fragten, meinte er, dass das alles gar nicht so schlimm gewesen sei“, sagt Frank Müller.

Stefanie Wegele

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Hilferuf einer Uroma
Eine Kleinanzeige, oft sind das nur zwei knappe Zeilen. Doch hinter ihnen verbirgt sich manch spannende Geschichte. Zum Beispiel die einer Uroma, die bei dem Versuch …
Der Hilferuf einer Uroma
Vorab-Einblick: So sieht‘s am neuen Sendlinger Tor aus 
In einem sogenannten Musterraum testen Mitarbeiter der Münchner Verkehrsgesellschaft die Materialien für die neue U-Bahn-Haltestelle. 
Vorab-Einblick: So sieht‘s am neuen Sendlinger Tor aus 
Oktoberfest: So reagieren Stadt, Polizei und Wirte auf die Anschläge
Nizza, Berlin, London – und nun Barcelona. Die Welt wird immer öfter von furchtbaren Lkw-Attentaten erschüttert. München hat im Vorfeld der Wiesn reagiert: Der …
Oktoberfest: So reagieren Stadt, Polizei und Wirte auf die Anschläge
Dem Terror entkommen: Diese Münchner erlebten den Anschlag in Barcelona 
Münchner berichten, wie sie in Barcelona den Anschlag erlebten – einige waren nicht weit vom Ort der Tat entfernt.
Dem Terror entkommen: Diese Münchner erlebten den Anschlag in Barcelona 

Kommentare