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Wirklichkeit und Vision: Der Tunnel soll den Verkehr unter dem Englischen Garten hindurchführen.

Park darf zusammenwachsen

Tunnel am Englischen Garten: So lief die Stadtrats-Entscheidung

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Grünes Licht für den Tunnel unter dem Englischen Garten: Der Stadtrat hat dem Projekt am Mittwoch zugestimmt. 390 Meter wird der Tunnel lang sein, 125 Millionen Euro soll er kosten. Spätestens in sechs Jahren wird Baubeginn sein. Das Projekt gilt als unumstritten, seine Ausführung jedoch nicht.

München - Die wichtigsten Personen, das kann man sagen, fehlten heute. Hermann Grub und Petra Lejeune waren in Berlin zu einer Preisverleihung. Das Schwabinger Architektenpaar nahm eine Auszeichnung entgegen just für das Projekt, das der Stadtrat nun beschlossen hat. Der Tunnel unter dem Englischen Englischen Garten wird gebaut, der Lückenschluss für eine der mit 375 Hektar größten Parkanlagen der Welt. Gedanklich jedoch waren Grub und Lejeune zugegen. Walter Zöller, planungspolitischer Sprecher der CSU, etwa lobte den unermüdlichen Einsatz „einer der kleinsten und erfolgreichsten Bürgerinitiativen, die es in München jemals gab“. Grub und Lejeune hätten das Projekt (M)Ein Englischer Garten nicht nur initiiert, sondern nun auch erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Zunächst Uneinigkeit über Gestaltung des Tunnels

Der Tunnel trifft grundsätzlich durch alle Reihen auf große Zustimmung. Einzig in der Frage der Ausgestaltung war sich der Stadtrat uneins. Denn die Verwaltung hatte drei Varianten untersucht. Eine kleine Lösung mit einem 285 Meter langen Tunnel für 100 Millionen Euro, eine mittlere Variante (390 Meter, 125 Millionen Euro) und einen 620 Meter langen Tunnel für 160 Millionen Euro. Die Verwaltung favorisiert die mittlere Variante, die Bayernpartei hätte die kleine Ausführung bevorzugt. Fraktions-Chef Johann Altmann sprach von Unwägbarkeiten in dem Beschlussvorschlag, da der Isarring zum Teil auf Privatgrund der Firma Lodenfrey verlegt werden müsse. Ob das Unternehmen dazu überhaupt bereit sei, sei der Vorlage nicht zu entnehmen. Zudem wollte er wissen, warum von sechs Jahren Planungszeit ausgegangen werde, „obwohl schon ausführliche Untersuchungen da sind“.

Kritik an der langen Planungszeit

Bauamts-Leiterin Rosemarie Hingerl entgegnete, dass die Verwaltung erst mit dem Stadtratsbeschluss im Rücken in die Detailplanung einsteigen könne. Erst dann könne man klären, ob ein Eck des Lodenfrey-Geländes gebraucht werde, und dann allenfalls für „einen Fuß- und Radweg“.

Michael Mattar (FDP) kritisierte ebenfalls die lange Planungszeit. „Das ist eigentlich ein Witz, aber das geht nicht gegen das Baureferat, sondern gegen die Prozesse, die wir mittlerweile in Deutschland haben.“

Grüne wollen Fahrspuren reduzieren

Die Grünen, bekanntlich bar jedweden Tunnel-Fetischs, würden der Vorlage zustimmen, sagte Herbert Danner. „Aber nicht, weil es ein Autotunnel ist, sondern die Heilung der Wunde des Englischen Gartens.“ Gleichwohl forderte die Fraktion, die Fahrspuren von drei auf zwei je Richtung zu reduzieren und den Isarring nicht an die Dietlindenstraße anzubinden. Das fand keine Mehrheit. 

SPD-Verkehrs-Experte Ingo Mittermaier: „Der Antrag der Grünen war als großer Wurf angekündigt, herausgekommen ist ein völlig unsinniger Vorschlag.“ Mittermaier sprach an der Zufahrt Dietlindenstraße von täglich etwa 12.000 Fahrzeugen, die sich einen anderen Weg suchen müssten. Zudem sei mit einer Reduzierung der Fahrbahnen die Finanzierung in Gefahr. Zöller: „Es muss eine Verbesserung für den Verkehr rausspringen, sonst gibt es keine Fördermittel.“

Wie berichtet wird der Freistaat sich wohl mit 30 Millionen Euro an dem Projekt beteiligen, der Bund mit 2,6 Millionen Euro. Man könne davon ausgehen, dass die Finanzierung darüber hinaus gesichert ist, sagte OB Dieter Reiter (SPD). Zudem gebe es die Zusage für private Spenden. Für die hatten sich – natürlich – Hermann Grub und Petra Lejeune engagiert.

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