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Enver K. vor Gericht.

Angeklagt wegen Mordversuchs

Aus Eifersucht zugestochen: Täter äußert sich vor Gericht

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Vor dem Landgericht legt Enver K. (38) ein Geständnis ab, jedoch habe er seine Frau nur verletzten und ihr Angst machen wollen.

München - Die Trennung von seiner Ehefrau hatte er nie verkraftet. Doch als er dachte, dass sie einen neuen Mann hat, stach Enver K. (38) mit einem Messer auf Zejnepe (37) ein – brennend vor Eifersucht. Fünf Stiche trafen sie von hinten. Nur durch Glück überlebte die dreifache Mutter die Attacke in einer Schwabinger Pizzeria.

Wegen versuchten Mordes steht Enver K. jetzt vor Gericht und legte am Montag ein Geständnis ab: „Es tut mir unendlich leid, was ich meiner Frau und meinen Kindern angetan habe“, ließ er über seine drei Verteidiger Sascha Straube, Nico Werning und Christian Gerber erklären.

Am 10. August 2016. Monate, nachdem sich das Paar getrennt hatte, kam es wieder einmal zum Streit. Er hatte sie zu Hause abgepasst und bat um eine neue Chance. Doch sie lehnte ab und sagte: „Ich habe dich in 17 Jahren nie geliebt. Lösch meine Nummer und komm bitte nicht mehr zu meiner Wohnung.“ Es sind harte Worte, die Enver K. völlig aus der Fassung bringen. Er fuhr zu ihrer Wohnung im Harthof, wo er einen Liebhaber vermutete. Und dann zurück in die Elisabethstraße, wo Zejnepe K. gearbeitet hat.

Um 10.07 Uhr morgens rannte Enver K. in die Pizzeria, zog sein Taschenmesser und rammte es ihr zweimal in den Rücken. Die Frau wollte fliehen und stürzte. Enver K. stach weiter auf sie ein: in Hals, Arme und Hüfte. Insgesamt fünfmal – ohne, dass ihr jemand half. Das beweisen Videoaufnahmen, die am Montag vor Gericht gezeigt wurden. Richter Michael Höhne hatte die Aufnahmen für das Publikum freigegeben.

Auf den Bildern ist auch zu sehen, was nach der Tat geschah: Vier Mitarbeiter der Pizzeria standen um die schwer verletzte Frau herum. Aber niemand sprach mit ihr oder beugte sich zu ihr hinunter, obwohl sie stark blutete. Minutenlang wand sich Zejnepe K. am Boden. Bis der Krankenwagen kam. „Immerhin haben die Kollegen den Notruf gewählt. Deswegen lag keine unterlassene Hilfeleistung vor“, sagte Staatsanwalt Laurent Lafleur. Als er die Anklage gegen Enver K. verlas, weinte der Albaner. Und biss so stark seine Zähne zusammen, dass die Muskeln an der Wange hervortraten. „Ich schäme mich für diese Tat und bin erschüttert über mein Verhalten“, sagte Enver K. „Es war der schwerste Fehler meines Lebens, und er ist nicht wieder gutzumachen.“

Der Tatort in Schwabing.

Schon länger habe die Ehe gekriselt, aber Enver K. habe versucht, sich zu bessern: durch eine Psychotherapie, weniger Alkohol und das Ende seiner Zockerei. Trotzdem trennte sich Zejnepe von ihm. „Das riss mir den Boden unter den Füßen weg. Ich litt an schweren Depressionen“, so Enver K. Wut, Schmerz und Enttäuschung hätten schließlich zu der beinahe tödlichen Messerattacke geführt.

Angeblich habe Énver K. aber ganz andere Absichten gehabt. „Ich wollte sie nicht töten, sondern nur verletzen und ihr Angst machen“, sagte er. Die Bilder aus der Videokamera belegen das nicht. Im Gegenteil. Enver K. war vor der Attacke von hinten an seine Frau herangetreten und stach dann zu. Darin sieht die Staatsanwaltschaft das Mordmotiv der Heimtücke erfüllt. Zudem stach der Angeklagte auch dann noch zu, als Zejnepe schon am Boden lag und wehrlos war.

Mittlerweile sind beide geschieden – aber sehen sich am Freitag wieder. Vor Gericht, wenn Zejnepe gegen Enver K. aussagt.

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