Mann an der Schleißheimer Straße überwältigt

Einsatz-Video: Hier nehmen Polizisten den Brandstifter fest

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München - Ein psychisch kranker Mann zündete am Sonntagabend in Milbertshofen die Wohnung seiner Mutter an und versetzte seine Nachbarn in Angst und Schrecken. Wir zeigen das Video der Festnahme.

Der Sudanese (28) lebte mit Mutter und Bruder in der Zweizimmerwohnung im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses in der Schleißheimer Straße nahe des Petuelrings. Sein „Zimmer“ war der verglaste Balkon, wo auch sein Klappbett stand. In dem Haus leben viele Nationen einträchtig unter einem Dach, und alle zusammen feiern im Sommer regelmäßig ein Fest. Nur die Familie M. blieb meist für sich.

In der letzten Zeit schien es dem psychisch kranken Sohn schlecht zu gehen. „Wir hörten öfter Lärm aus der Wohnung, als ob dort jemand etwas kaputt schlägt“, berichtete eine Nachbarin. Am Sonntag gegen 19 Uhr flippte der junge Mann nach einem Streit mit seiner Mutter total aus. Er bedrohte sie mit einem Messer. In Panik floh die Frau aus der Wohnung und rief die Polizei. Hilflos musste sie mit anhören, wie der Sohn drinnen die Einrichtung kurz und klein schlug. Zwei Polizisten versuchten, mit ihm durch die Tür zu sprechen. Statt einer Antwort öffnete er kurz und goss einen Schwall heißen Wassers durch den Spalt. Die Beamten sprangen rechtzeitig zurück.

Plötzlich klirrte Glas, dann loderten auf dem Balkon Flammen. Der Mann hatte die Balkonscheiben zerschlagen und sein Bett angezündet! Noch bevor die Feuerwehr eintraf, griffen die Flammen auf Balkontür und Wohnzimmer über. Mittlerweile waren 14 Polizeistreifen eingetroffen. 17 Hausbewohner – darunter vier Kinder – flohen durch das verrauchte Treppenhaus ins Freie. Drei Polizisten und drei Bewohner erlitten leichte Rauchvergiftungen.

Als die Flammen hochschlugen, öffnete sich das Küchenfenster und der Sudanese sprang barfuß heraus – den Polizisten direkt in die Arme. Er blutete aus Schnitt- und Schürfwunden an Händen und Füßen, wehrte sich mit allen Kräften gegen die Festnahme. Auf dem Boden liegend wurde er schließlich gefesselt und zunächst zur Untersuchung und Wundversorgung in eine Klinik gebracht. Sein Bruder kümmerte sich unterdessen um die verzweifelt weinende Mutter. Mittlerweile befindet sich der Brandstifter in psychiatrischer Behandlung. Der Schaden wird laut Polizei auf 20 000 Euro geschätzt. Die Wohnung der Familie ist nicht mehr bewohnbar.

Auch am Tag danach litten die Nachbarn noch unter den beißenden Rauchgestank und dem Ruß, der das Treppenhaus schwärzte und teilweise auch in die Wohnungen drang.

Daniel Neuberger, Dorita Plange 

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