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Prominenter Fürsprecher: Kabarettist Helmut Schleich zeigt auf den Elisabethmarkt. Schleich engagiert sich mit einer Bürgerinitiative gegen den Abriss und Neubau des Marktes.

BA ist irritiert

Kampf für Elisabethmarkt: Harte Kritik an Helmut Schleich

München - Weiter Streit um den Elisabethmarkt: Der Bezirksausschuss schimpft, der Kabarettist setze sich mit falschen Behauptungen für Erhalt der Standl ein.

„Nach dem Umbau werden wir einer der schönsten Märkte Münchens sein.“ Davon war Karl Huczala, Sprecher der Händler des Elisabethmarktes noch vor einem guten Jahr überzeugt. Auch die Schwabinger schienen mit dem Neubau der alten Standl im Großen und Ganzen einverstanden. Inzwischen regt sich immer mehr Widerstand. Mit Helmut Schleich hat sich nun noch ein Promi auf die Seite der Abriss-Gegner begeben. Dies allerdings mit Argumenten, die der Bezirksausschuss (BA) Schwabing-West so nicht stehen lassen will.

Irritiation im BA: was soll wirklich gebaut werden?

Auf seiner jüngsten Sitzung hat das Gremium die Aussagen des Kabarettisten scharf kritisiert. Verwundert waren die Politiker vor allem darüber, wie sich Schleich so habe von der Initiative „Pro Elisabethmarkt “ vereinnahmen lassen können, ohne deren Aussagen zu hinterfragen. 

Bei einigen BA-Mitgliedern machte sich aber auch Unsicherheit breit, insbesondere ob der Vorwürfe des prominenten Schwabingers, die Stadtsparkasse plane nur zu einem Viertel öffentlich geförderte Wohnungen, ansonsten sollten „Luxus-Etablissements“ entstehen. Auf die Frage an BA-Chef Walter Klein (SPD), ob die Stadtsparkasse jetzt einen Großteil der Wohnungen frei finanzieren wolle, beruhigten sowohl Klein als auch Oskar Haider (CSU), Vorsitzender des Unterausschusses Planen und Wohnen. Ihrem Sachstand zufolge sollten „an der Nordendstraße Studentenapartments gebaut werden, auf der Nordseite Mietwohnungen für Sparkassenangestellte zum Mietspiegelpreis und im Gartenhaus eine Kindertagesstätte sowie Wohnungen im München-Modell“.

BA: Vergleich mit Wiener Platz hinkt

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Sparkassen-Sprecher Joachim Fröhler, man wolle dazu beitragen, „den Wohnungsmangel in München zu lindern und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“. Die Wohnungen würden nach dem Münchner Mietspiegel vermietet. Würden hier Luxus-Etablissements entstehen, „wären wir schon seit zwei Jahren auf den Barrikaden“, so Klein.

Den Vorwurf des Münchner Kabarettisten, hier entstünden Glas-Stahl-Pavillons wie bei der Schrannenhalle, fanden die Stadtteilpolitiker mehr als irritierend. Noch sei die äußere Gestaltung und Konstruktion der neuen Verkaufsstände gar nicht klar. Aber im Gegensatz zu heute werde es keine abgelegenen Standorte mit wenig Publikumsfrequenz geben. Der Vergleich mit dem Wiener Platz hinke ebenfalls. BA-Chef Klein betonte, dass dies ja wohl kein wirklicher Lebensmittelmarkt sei. Von den neun Ständen besäßen sechs eine Alkohol-Ausschanklizenz. Es würde kein Gemüse, kein Obst und keine Feinkost angeboten werden. „Gerade bei Obst und Gemüse schlagen die Hygienerichtlinien der EU zu“, sagte Klein.

Margot Deny

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