Fiese Abzocke

Falsche Polizeibeamte erbeuten Goldmünzen von Rentnerin

Mit einer ganz miesen Masche haben falsche Polizisten eine Münchnerin (68) um ihre Goldmünzen gebracht. Nun sucht die Polizei Zeugen.

München - Am Mittwoch gegen 20 Uhr wurde die 68-Jährige, laut Polizeibericht, auf ihrem Mobiltelefon von einem Unbekannten angerufen.  

Dieser gab sich als Polizeibeamter von der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums München aus. Auf dem Handy wurde die Rufnummer „089110“ angezeigt.  

Der unbekannte Anrufer leitete dann das Gespräch an einen angeblichen Polizeibeamten mit dem Namen „Thomas Wagner“ weiter. Dieser teilte der Rentnerin mit, dass in der Nähe ihres Wohnortes eingebrochen wurde und sie deshalb sofort nach Hause kommen sollte. 

Die 68-Jährige war gerade unterwegs, aber befolgte sofort die Anweisung des angeblichen Polizisten. Nachdem die Frau um 21.30 Uhr zu Hause war, hatte sie andauernd telefonischen Kontakt zu den falschen Polizeibeamten. Obendrein war unter den Anrufern auch ein angeblich Staatsanwalt dabei, der sich als „Jürgen Bach“ vorstellte, heißt es im Polizeibericht. 

Ihre Adresse soll auf der Liste von Einbrechern stehen 

Die Anrufer berichteten demnach, dass nach einem Einbruch bereits zwei Täter festgenommen wurden. Die Festgenommenen führten ein Notizzettel mit dem Namen und der Adresse der Rentnerin mit. Zudem sei bekannt, dass sie vermögend sei und Wertgegenstände in ihrer Wohnung verwahre. 

Das Opfer fasst Vertrauen

Die Seniorin räumte sofort ein, dass sie tatsächlich eine größere Anzahl von Krügerrandgoldmünzen besitze und zuhause verwahre. Um diese vor dem Zugriff von weiteren Einbrechern zu schützen, forderten die angeblichen Polizeibeamten sowie der Staatsanwalt die 68-Jährige auf, die Goldmünzen zu verpacken und sie der Polizei zur Sicherung zu übergeben.

Zur Abholung wurde ein „verdeckter Fahnder“ angekündigt. Zwischen 00.30 Uhr und 01.00 Uhr, kam der angekündigte Bote und übernahm die Goldmünzen mit einem erheblichen Wert. Diese hatte die Rentnerin auf Anweisung der Anrufer in einer dunkelblauen Reisetasche aus Kunststoff verpackt. 

Nach der Übergabe der Tatbeute hielten die Täter noch zumindest zwei Stunden weiterhin den telefonischen Kontakt aufrecht. Die 68-Jährige wurde dabei für den nächsten Tag zur Vernehmung in das Polizeipräsidium vorgeladen. 

Über diese Betrügerei wurde sich die Renterin erst am Donnerstagmorgen bewusst. Bei einer Rücksprache mit der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums, stellte sich heraus, dass sie betrogen wurde. 

So sieht der Täter aus

Den Abholer beschreibt die Polizei als männlich, circa 30 Jahre alt und 165 Zentimeter groß. Der Mann hat ein auffällig rundes Gesicht mit hoher breiter Stirn und war mit einer schwarzen Lederjacke und schwarzer Hose bekleidet. 

Polizei sucht Zeugen

Sachdienliche Hinweise, die im Zusammenhang mit diesem Fall stehen, bitte an das Polizeipräsidium München, Kriminalfachdezernat 3, Telefonnummer 089/2910-0.

In Bayern kam es dieses Jahr schon zu mehr als 1500 solcher Betrugsfälle - ein immenser Anstieg.

Täglich versuchen Betrüger zig Menschen abzuzocken. Falsche Polizisten hatten in München in letzter Zeit kaum eine Chance. Über 68 Anrufe wurden allein im letzten Monat bei der Münchner Polizei gemeldet. 

Doch wie der aktuelle Fall zeigt, ist weiterhin Aufmerksamkeit und Vorsicht geboten.

3 Tipps der Münchner Polizei: Vorsicht bei der „110“

  • Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, dass sie die Angerufenen über vermeintliche Einbrüche in der Nachbarschaft informieren. Sie behaupten, dass sie deshalb in der Wohnung mögliche Geld- bzw. Schmuckbestände kontrollieren müssten.
  • Oftmals wird bei den betrügerischen Anrufen eine manipulierte Anrufernummer angezeigt, insbesondere die Nummern „110“ sowie „089/110“. Die Polizei verwendet diese Notrufnummer niemals für ausgehende Anrufe. Vergewissern Sie sich bitte durch einen Rückruf bei der Notrufnummer 110, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handeln könnte. 
  • Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung, die sich nicht eindeutig legitimieren können.

mm/tz

Rubriklistenbild: © dpa

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