Mit Wortspiel-Brille: Schauburg-Indendantin Andrea Gronemeyer
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Mit Wortspiel-Brille: Schauburg-Indendantin Andrea Gronemeyer.

Serie: Die Zukunft in den Vierteln

In diesem Münchner Stadtteil wird es wesentlich mehr Raum für Kinder geben

München wächst: Im Jahr 2035 werden rund 300.000 Menschen mehr leben als heute. In den Stadtvierteln wird daher kräftig gebaut. Wir zeigen, wie es künftig aussieht. Diesmal: Schwabing-West.

Münchens Jugendtheater Schauburg gegenüber dem Elisabethmarkt wird verstärkt auf experimentelle Aufführungsformen setzen, Laien in die Shows einbeziehen – und sein Programm für die Allerkleinsten ausbauen. Manch Münchner steht der Idee von Theaterstücken für Kinder, die jünger als ein Jahr sind, skeptisch gegenüber. In skandinavischen Ländern sind solche Stücke längst gang und gäbe.

Die neue Intendantin Andrea Gronemeyer sah in ihrer ersten Saison, wie groß die Nachfrage danach ist: Das „Kuckuck“-Festival mit Vorführungen für Kinder von 0 bis 5 Jahren war 2018 ausverkauft. Im März wird das Festival in der Schauburg wiederholt, und außerdem gibt es mit „Bodybild“ eine Uraufführung mit lokalem Hintergrund: Julia Haenni greift mit dem Stück das aktuelle Thema „Bodyshaming“ – Abwertung wegen des eigenen Aussehens – auf und befragte dafür die, die es wissen müssen: Jugendliche. Die (noch nicht) ausgebildeten Teilnehmer aus dem Umkreis Münchens haben ihr den Input gegeben und werden auch auf der Bühne zu sehen sein. Neben Dresden und Leipzig ist München die einzige Stadt in Deutschland, in der es ein eigenes Theatergebäude extra für junges Publikum gibt. „Das ist ein Statement”, sagt Gronemeyer. Das Haus kann zurzeit 40.000 Karten pro Jahr anbieten.

Die im Umbau befindliche München Klinik Schwabing soll 2022 endgültig zum “Gesundheitscampus” werden. Bereits dieses Jahr will man den neuen Spielplatz fertigstellen: Etwa 900 Quadratmeter mit Rutsche, Schaukel und Kletterwand für die mehr als 9000 jüngeren Patienten, die hier jährlich stationär betreut werden. In einem Holzpavillon neben einem neu gepflanzten Lindenhain können sie hier bald sitzen und die Natur genießen. Für die Eltern werden die Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Klinikgelände erweitert, damit sie nahe bei ihren Söhnen und Töchtern bleiben können. Bezahlt wird der Spielplatz nicht von der Stadt, sondern der „Stiftungsverein Klinik Schwabing” kümmert sich um Spenden. Allein 20.000 Euro will der Bezirksausschuss Schwabing-West dazugeben.

Schwabing-West: Große Umbau-Aktionen an Schule und Elisabethmarkt

An der Grenze zu Neuhausen wird nun an der fünfzügigen Grundschule am Kreativquartier gebaut. Die Pläne für die Infanteriestraße 19 klingen vielversprechend: Das dreistöckige Schulhaus erhält einen großen, teil-überdachten Pausenhof, und soll barrierefrei werden. Neben einer Turnhalle entstehen auf dem Schulgelände ein Rasenspielfeld, ein Allwetterplatz und ein Fahrradparcours zur Verkehrserziehung. Vom Schuljahresbeginn 2020/21 an sollen dort etwa 500 Kinder unterrichtet werden.

Wenn die Schüler kulturell interessiert sind, müssen sie nur einen kurzen Fußweg nehmen: In der Dachauer Straße wird sich das städtische „Kompetenzteam Kreativwirtschaft“ auch dieses Jahr um Zwischennutzungen im Kreativquartier kümmern. Das Kompetenzteam hat zudem viele Anfragen für den Elisabethmarkt. Dort stehen zwei Standl leer. Zusagen für Zwischennutzungen konnte der Teamleiter Jürgen Enninger im Dezember noch nicht geben, da Zeiträume und Mietkosten noch nicht geklärt sind. Eins ist sicher: In den Verkaufshäuschen sollen mehrere Kreative aus unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten, „denn das fördert die Vernetzung”, so Enninger. Das Konzept konnten die Schwabinger zuletzt im „Café Münchner Freiheit” erleben, wo Kunst und Kaffee serviert wurden.

Auch wenn manche Bürger noch mit dem geplanten Abriss und Neubau des Elisabethmarktes hadern, ist der Protest inzwischen abgeebbt. Die Pläne für den Interimsmarkt ab 2020 in der Arcisstraße stehen. In der ersten Jahreshälfte soll es einen offenen Workshop geben, bei dem sich die Bürger in die Gestaltung des Elisabethmarktes einbringen können.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Schwabing – mein Viertel“.

Franziska Schwarz

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