Es war ihm zu laut

Nachbar zerstörte Feuerwehrgerät - das kommt nun auf ihn zu

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München - Die Retter waren fassungslos: Bei einem Einsatz an der Lerchenauerstraße in München zerstörte ein Anwohner vor Wut über die Lautstärke ein teures Gerät. Nun bekommt er wohl die Quittung dafür.

Es war ein Einsatz der ganz besonderen Art für die Münchner Feuerwehr - und zwar nicht im positiven Sinne. In der Lerchenauerstraße brannte in der Nacht zum 27. August eine Küche im vierten Stock eines Mehrfamilienhauses. Der Mieter wachte rechtzeitig auf und konnte die Flammen unter Kontrolle bringen. Die angerückte Feuerwehr musste den Rest ablöschen und begann dann mit den üblichen Entlüftungsarbeiten. 

Einem Nachbarn war der eingesetzte Hochleistungsentlüfter wohl zu laut und er trat mit Wucht gegen das Gerät aus Metall. Dabei ging das Gerät kaputt. Die Polizei nahm den Vorfall auf.

Sowohl die Einsatzkräfte als auch unsere Leser waren entsetzt angesichts einer solchen Unverschämtheit. 

Wir haben nachgefragt, was aus dem Fall geworden ist und welche Strafe nun auf den zerstörerischen Nachbarn zukommt. 

Zivilrechtliche Schadenersatzforderung

Das Gerät selbst sei derzeit beim Hersteller in Begutachtung, berichtet Stefan Kießkalt, Brandinspektor der Feuerwehr München: "Momentan wird versucht das Gerät zu reparieren". Ob eine Reparatur noch möglich ist oder das Gerät ersetzt werden muss, ist bisher noch unklar. Rund 4.000 Euro kostet ein neuer Hochleistungsentlüfter. So oder so: Die Rechnung dafür wird die Feuerwehr an den wütenden Herren weiterreichen. Sollte der sich weigern zu bezahlen, geht die Angelegenheit vor ein Zivilgericht. 

Kießkalt zeigte sich schockiert über den Vorfall. In 17 Jahren Dienstzeit sei ihm so ein Fall noch nie untergekommen: "Ich persönlich war schon sehr erschrocken, wir fahren ja nicht zum Spaß dahin, sondern um zu helfen", meint er. "Dass jemand so in Rage ist..."

Strafrechtliche Konsequenzen

Laut einem Sprecher der Münchner Polizei wurde gegen den Wüterich Anzeige wegen des Straftatbestands gemeinschädlicher Sachbeschädigung und der Ordnungswidrigkeit der Belästigung der Allgemeinheit erstattet. Gemeingefährliche Sachbeschädigung kann mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe bestraft werden. 

Der Polizei-Sprecher glaubt allerdings nicht, dass der Mann ins Gefängnis muss: "Da ist wohl eine Geldstrafe möglich." Nach seiner Aussage wurde der Einsatz selbst nicht behindert, da die Feuerwehr ihre Arbeiten zu dem Zeitpunkt bereits abgeschlossen hatte. "Den Schaden muss er allerdings ersetzen", meint der Sprecher.

Was die Feuerwehr bei ihren Einsätzen alles so aushalten muss, können Sie auch in unserer Serie nachlesen.

Rubriklistenbild: © Armin Forster

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