Nach „konstruktiven Gesprächen“

Nach Ärger am Ackermannbogen: Kleiner Erfolg für GBW-Mieter

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Da können die Mieter aufatmen. Die geplante Mieterhöhung in einer einkommensgeförderten GBW-Wohnanlage fällt geringer aus als zunächst geplant.

München - Der Mieterverein München hat mit der GBW einen Nachlass von zehn Prozent ausgehandelt. Außerdem bekommen die Vereinsmitglieder einen kleinen Aufschub.

Die GBW hatte im Frühjahr eine Mieterhöhung von 15 Prozent angekündigt. Das entspricht genau der gesetzlichen Kappungsgrenze. Alle drei Jahre darf der Vermieter in dieser Höhe den Mietzins verteuern – auch im einkommensgeförderten Wohnungsbau (EOF). Als Obergrenze gelten der Mietspiegel oder die Miete von Vergleichswohnungen in der Nachbarschaft. Für die Mieter am Ackermannbogen wären das bis zu 165 Euro Mieterhöhung gewesen.

Nach „konstruktiven Gesprächen“, wie beide Seiten betonen, einigte man sich nun auf den Rabatt von zehn Prozent. Außerdem sollen die Mieterhöhungen maximal 99 Euro betragen, die GBW nennt das eine „Familienkomponente“, weil es speziell bei großen Wohnungen greift. „Außerdem wird den Mitgliedern des Mietervereins ein dreimonatiger Aufschub gewährt“, so der Geschäftsführer des Mietervereins Volker Rastätter. GBW-Chef Claus Lehner erklärt: „Wir sind froh, dass wir eine Lösung mit dem Mieterverein verhandeln konnten, die beim Thema EOF-Mieterhöhungen eine sozialverträgliche Vorgehensweise für unsere Mieter ist.“

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Die Mieter zeigen sich etwas weniger begeistert. Für die Erzieherin Sandra Hanke, die mit ihrem Mann, einem Handwerker, und zwei Kindern in einer 90-Quadratmeter-Wohung lebt, sollte die Miete von 973 auf 1005 Euro im Monat steigen. Der Rabatt, der nun ausgehandelt wurde, beträgt egerade einmal 3,20 Euro. Die Wohnung kostet damit 11,13 Euro Miete pro Quadratmeter, beim Einzug 2008 waren es 9 Euro. Hanke: „Eine weitere Mieterhöhung könnten wir uns nicht leisten.“

Die ist aber in drei Jahren wieder möglich. Für den Bau von EOF-Wohnungen bekommen die Bauträger Fördergelder. 2009 hat der Stadtrat Beschränkungen für EOF-Mieterhöhungen beschlossen, die gelten aber für die 2008 errichtete Anlage noch nicht.

Rubriklistenbild: © Westermann

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