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Es geht los: Axel Fischer (li.), Chef der Städtischen Kliniken, und Günter Miller, Chef des Schwabinger Krankenhauses.

Klinik-Sparkurs trägt Früchte

Operation Neubau! In Schwabing rollen die Bagger an

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Die Städtischen Kliniken gelten seit Jahren als Sorgenkind. Die Sanierung soll aber im Plan sein und der Klinik-Chef verspricht, die Kostengrenzen einhalten zu können.

„Schwabing lebt“, sagt ein sichtlich erleichterter Axel Fischer beim Baustellen-Rundgang im Klinikum Schwabing. Nach Jahren der Planung, der Unsicherheit und explodierender Kosten, rollen mittlerweile die Bagger über das Gelände am Kölner Platz. „Der Rasen ist abgetragen, die Baugrube wird ausgehoben. Endlich“, sagt Fischer, der Chef der Städtischen Kliniken.

Generell scheint der Knoten für die Städtisches Klinikum München GmbH geplatzt zu sein. Der Stadtrat hatte ihr eine Obergrenze für die Kosten der fünf Krankenhäuser auferlegt, nachdem diese aus dem Ruder gelaufen waren – und die neue Disziplin scheint zu fruchten. „Wir halten die Grenzen ein und sind auf dem richtigen Weg“, lässt Fischer wissen. Trotzdem legt er Wert auf die Feststellung, dass die Neuausrichtung „kein Spardiktat, sondern eines der größten Projekte im deutschen Gesundheitswesen“ sei.

Der Neubau kostet eine dreistellige Millionensumme

Etwa fünf Jahre lang soll jetzt in Schwabing gebaut werden, danach muss der Bestand saniert werden. Insgesamt 138 Millionen Euro soll der Neubau kosten, davon kommen 84 Millionen vom Freistaat – eine Förderquote von immerhin 61 Prozent. „Die sehr gute Zusammenarbeit mit der Staatsregierung ist eine wichtige Basis für den Fortgang der Sanierung“, sagt Fischer.

Die ersten Änderungen sind für die Patienten schon spürbar. „Die Kinderonkologie ist umgezogen, weil die Station sonst zu nah an der Baugrube gewesen wäre“, erklärt Günter Miller, der Chef des Schwabinger Krankenhauses. „Für unsere Patienten haben wir dadurch jetzt schon eine Verbesserung des Umfelds erreicht“, freut er sich. So sei die Raumbelüftung in der Interimsheimat besser als bisher. Im Neubau soll sich die Situation weiter verbessern.

Das Klinikum soll kompakter werden - im Sinne der Mitarbeiter

Der Neubau mit fünf Stockwerken und einem Hubschrauberlandeplatz soll vor allem eine Heimstatt für die Kinder- und Jugendmedizin werden. Mit dem Altbau wird er per gläsernem Übergang verbunden. Insgesamt soll das Klinikum kompakter werden – auch im Sinne der Mitarbeiter. Denn die müssen auf den schier endlosen Gängen der riesigen Klinik heute lange Wege zurücklegen. „Einige Kollegen laufen hier bis zu 15 Kilometer pro Tag“, sagt Miller. Dabei müssen sie häufig die schweren Klinikbetten durch die Gänge schieben. „Mit Patient wiegen diese Pflegebetten 230 Kilogramm“, schätzt der Leiter. Nach dem Umbau zieht sich die Klinik auf den östlichen Teil des Geländes zurück.

Im Jahr 2022 sollen die ersten Abteilungen an ihre neuen Standorte umziehen. Langfristig soll Schwabing sich zum „Medizincampus“ entwickeln. Dann soll es auf dem Gelände Platz für ambulante Versorgungsstrukturen geben, um die Notaufnahme der Klinik zu entlasten. „Derzeit behandeln wir jährlich 45 000 ambulante Notfallpatienten“, sagt Miller. Außerdem sollen auf dem westlichen Areal Wohnungen für Mitarbeiter entstehen. „Die Mieten in der Stadt sind für Pflegekräfte mittlerweile einfach zu teuer geworden“, fügt Klinik-Chef Fischer hinzu. „Schwabing hat durch die Neubauten eine echte Chance, sich weiter zu entwickeln.“

Deshalb sehen die Planungen Platz für zusätzliche Erweiterungen vor. Die Zahlen sprechen dafür, dass neue Einrichtungen auch mehr Patienten mit sich bringen. Das lässt sich etwa an den Geburtenzahlen ablesen: Im Jahr 2010 verzeichnete das Klinikum Schwabing lediglich 700 Geburten pro Jahr. Nach der Sanierung der Stationen ist diese Zahl auf über 2300 pro Jahr hochgeschnellt.

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