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Das Anwesen Sailerstraße 9-13.

BA winkt Beschluss durch

Sanierung in der Sailerstraße - Mieterverein verliert Kampf

München - Nach langem Widerstand winkt der Schwabinger Bezirksausschuss nun den Bauantrag zur Komplettsanierung der Sailerstraße 11 durch. Der Mieterverein hatte ein Jahr verzweifelt dagegen angekämpft.

Als ihnen im April 2015 das Kündigungsschreiben ins Haus flatterte, war es ein Schock für die Mieter des Wohnhauses in der Sailerstraße 11. Nachdem 2014 das Erbbaurecht erloschen war, hatte die neue Inhaberin des Gebäudes, die Orth & Sohn GmbH & Co. KG, ihr Kündigungsrecht geltend gemacht. Verzweifelt wandten sie sich an Stadt und Bezirksausschuss, gründeten einen Mieterverein, um ihre Wohnungen in dem rund 65 Jahre alten Gebäude behalten zu können. Einige zogen sogar vor Gericht. Nun scheinen sie den Kampf endgültig verloren zu haben.

Nachdem man sich monatelang dagegen ausgesprochen hatte, winkte der Schwabinger Bezirksausschuss den Bauantrag jetzt fast geräuschlos durch. Einzig die geplanten Wohnungen im Untergeschoß des Rückgebäudes wurden abgelehnt. Insgesamt sollen im Vorder- und Rückgebäude insgesamt 82 Wohnungen um- und ausgebaut werden. Die Bauherrin, vertreten durch Maximilian Münch, hatte zudem mitgeteilt, die Situation der Altmieter sei geklärt.

Da konnte sich der Bezirksausschuss-Vorsitzende Walter Klein (SPD) ein paar Spitzen in Richtung Bauherrin, die inzwischen ihren Namen in Haustein Immobilien KG gewechselt hat, aber doch nicht verkneifen. Eine Nachfrage bei den Mietern, ob sie die geplanten Maßnahmen gutheißen würden, könne man sich sparen. Denn: „Es gibt keine Bewohner mehr“, konstatierte der Stadtteilpolitiker.

Die Ausführungen, nach denen im vorderen Gebäudekomplex aufgrund statischer Gegebenheiten verhältnismäßig kleine Wohneinheiten entstünden, quittierten die Mitglieder des Bezirksausschusses unisono mit Kopfschütteln. Der anwesende Architekt Fred Bittlmayer wehrte sich gegen die Vorwürfe. Man habe auch größere Wohnungen für Familien eingeplant. Außerdem bleibe das Anwesen in Familienbesitz. „Es wird nichts verkauft“, betonte er. Zwar könne man Mieten von 7 bis 8 Euro pro Quadratmeter nicht halten, sei aber darauf bedacht, dass der Mietpreis für zurückkehrende Altmieter verträglich bleibe, hieß es. Margot Deny

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