Im fünften Stock dieses Hauses spielte sich der tödliche Streit zwischen Mutter und Sohn ab.

Familiendrama an der Schleißheimer Straße

Sohn würgt Mutter zu Tode - so kam es zum folgenschweren Streit

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Familiendrama in Schwabing West: Im Streit hat ein 25-jähriger Mann seine Mutter in deren Wohnung erwürgt. Es ist das gewaltsame Ende einer schwierigen Beziehung in einer Wohnanlage an der Schleißheimer Straße.

Als der Notarzt kam, lag Frührentnerin Kerstin S. (55) tot neben der Couch. Wegen der unklaren Umstände stellte der Arzt keinen offiziellen Totenschein aus und schaltete – wie in solchen Fällen üblich – den Kriminaldauerdienst bzw. die Todesermittler der Polizei ein. Und so kamen letztlich die Rechtsmediziner einer Familienfehde auf die Schliche, die am Sonntagabend an der Schleißheimer Straße mit einem Verbrechen endete. Unter dem Verdacht des Totschlags steht der Sohn der 55-Jährigen. Friseur-Azubi David S. (25) sitzt bereits seit Mittwoch in U-Haft.

Nach Einschätzung von Kriminalhauptkommissar Herbert Linder von der Münchner Mordkommission war die Beziehung zwischen Mutter und Sohn stark belastet. Öfter gab es wohl Streit. Doch dann vertrugen sich die beiden wieder – bis zum nächsten Mal. So jedenfalls schilderte Azubi David S. sein Verhältnis zu seiner Mutter, bei der er zuweilen mangels eigener Wohnung für einige Tage unterschlüpfte.

Am Sonntagabend stritt David nach eigener Aussage mit seiner Mutter über den Zustand der Wohnung und warf ihr vor, sich gehen zu lassen. Die Vorwürfe wurden immer persönlicher. Da flippte der Azubi aus. Er ohrfeigte seine Mutter und würgte sie so lange, bis sie sterbend zusammenbrach.

Von der Kripo versiegelt: die Wohnungstür.

Da geriet der Sohn in Panik. Gegen 20 Uhr wählte er den Notruf 112. Bis der Notarzt eintraf, gaben die Disponenten der Berufsfeuerwehr ihm am Telefon Anweisungen für die Reanimation. Letzlich vergebens: Auch der Notarzt konnte Kerstin S. nicht mehr helfen. Mittlerweile war auch ein Freund des 25-Jährigen eingetroffen. Die beiden waren verabredet gewesen.

Den Polizisten erzählte David S. später, die Mutter habe sich bei dem Streit so aufgeregt, dass sie plötzlich umgekippt sei. Bei der Obduktion jedoch kamen Würgemale zum Vorschein. Am Mittwoch legte David S. ein Geständnis ab.

Die immer freundliche und hilfsbereite Kerstin S. lebte seit mehr als 20 Jahren im 5. Stock des großen Hauses und war dort sehr beliebt. „Wir haben den Notarzt eingewiesen und den Sohn an dem Abend noch eine Weile getröstet“, sagte ein Nachbar traurig. „Wir können das alles noch gar nicht begreifen“.

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