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Standl-Besitzerin Sonja Barth: Schluss mit dem „Suppenglück“.

Vandalismus und Schmierereien

Weil der Elisabethmarkt verkommt: Händlerin gibt Standl auf

Der Elisabethmarkt in Schwabing kämpft gegen Vandalen und Saubären, die sehr unangenehme Gerüche hinterlassen. Die erste Standl-Besitzerin gibt nun auf. 

München - Auf den ersten Blick scheint der Elisabethmarkt Idylle pur zu sein. An der Käse­theke stehen gut gelaunte Menschen an, im Schatten einer mächtigen Kastanie sitzt ein junges Liebespaar. Daneben stehen Klaus Völkl (59) und Mario Tola (42) mit verschränkten Armen und schütteln den Kopf: „Wer genauer hinschaut, merkt schnell, dass der Markt auch seine Schattenseiten hat“, sagen sie. Denn schon seit Längerem treiben Vandalen auf dem Platz ihr Unwesen. Das geht manchen Marktleuten an die Substanz: Am 12. August sperrt die erste Standl-Besitzerin ihren Laden zu!

Mit Gewalt aus der Wand herausgebrochene Tische (oben), Schmierereien am Standl: Auch Klaus Völkl und Mario Tola vom „Casa Sarda“ haben mit Vandalismus zu kämpfen. 

Seit sieben Jahren verkaufen Tola und Völkl in ihrer Casa Sarda italienische Hausmannskost: Käse, Schinken, Meeresfrüchte. Wer mag, kann seinen Oktopus-Salat draußen auf einem Holzbankerl genießen. Traumhaft! Doch bis die Terrasse bezugsfertig ist, ist erst einmal ärgerliche Arbeit angesagt: „Bevor wir unseren Laden aufsperren, dürfen wir erst einmal eine halbe Stunde lang kehren – und die Überbleibsel der letzten Nacht aufsammeln“, schimpft Völkl. „Essensreste, Dreck und Scherben liegen jeden Morgen rum.“ An machen Tagen würde es zudem nach Urin und Erbrochenem stinken, erzählt Tola. Sonja Barth hat die Nase endgültig voll: Die Inhaberin des „Suppenglücks“ sperrt ihren Laden zu – vor allem wegen des „massiven Vandalismus“, schreibt sie auf Facebook.

Haben Schüler des benachbarten Gymnasiums ihr Unwesen getrieben?

Barth vermutet Schüler des benachbarten Gisela-Gymnasiums hinter den nächtlichen Attacken – und suchte das Gespräch mit Schulleitung, Polizei sowie den Münchner Markthallen. Sie kritisiert, dass sich keine der Parteien für das Problem verantwortlich gefühlt habe. Stattdessen müssten die Marktleute die Suppe nun selbst auslöffeln.

Casa-Chef Tola bestätigt Barths Eindruck teilweise. Die Polizei sei zwar präsent, „aber meistens zur falschen Zeit“. Völkl appelliert vor allem an die Eltern der möglichen Unruhestifter. Schließlich müsse nicht die Stadt den Kindern Benehmen beibringen: „Klar können wir jeden Morgen fegen und unsere Casa neu streichen, doch das Problem ist damit noch lange nicht gelöst.“

Um den Markt wieder auf Vordermann zu bringen, sollen die Standl ab Mitte 2019 abgerissen werden. „Vielleicht ändert sich ja dann endlich was“, hofft Völkl. „Obwohl – ein perfekter Markt wäre doch irgendwie langweilig...“

S. Brenner

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