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Wohnanlage in Schwabing

Lokalpolitiker fürchten Mieterhöhungen 

Über einen Balkon freut sich vermutlich jeder Mieter, jedoch nicht, wenn dadurch die Miete stark ansteigt. Der Bezirksausschuss befürchtet genau das bei einer Wohnanlage in Schwabing-West. 

München - Der Bezirksausschuss (BA) Schwabing-West hat die Pläne der Vonovia GmbH abgelehnt, Wohnungen in der Kraepelinstraße 31-41 mit Balkonen aufzurüsten. Der BA geht davon aus, dass die Vonovia die Balkone nur errichten will, um die Mieten zu erhöhen.

Das Gremium stimmte derweil dem Vorhaben der Vonovia zu, einige der Häuser um ein Dachgeschoss aufzustocken. Dadurch entstehen acht neue Wohnungen. „Den Wohnraum benötigen wir dringend“, sagte BA-Vorsitzender Walter Klein (SPD). Zunächst hatte die Vonovia den Bau von zwölf neuen Wohnungen geplant.

Die Vonovia wollte die bisherigen drei Stockwerke mit sechs Quadratmeter großen Balkons ausstatten. Diese hätte sie teilweise auf die Mietfläche aufschlagen und die Mieten erhöhen können. „Die großen Balkons stehen in keinem Verhältnis zu den 45 Quadratmeter kleinen Wohnungen“, sagte Oskar Haider (CSU).

Nach Informationen des Bezirksausschusses hätte die Vonovia auch die Kosten für den Bau der Balkons auf die Miete umgelegt: 6000 Euro pro Balkon. Die Mieter hätten in diesem Fall rund 100 Euro mehr Miete pro Monat bezahlen müssen. Einige von ihnen kamen zur Sitzung des Bezirksausschusses und bekräftigten, dass die meisten Mieter gegen den Bau der Balkons seien. Zudem sei der Zugang zu den Balkons unklar, da dort Heizungen stünden. „Keiner von uns versteht, was das soll“, sagte ein Mieter. Er sprach sogar von 160 Euro Mieterhöhung, die ihm drohten.

„Es ist offensichtlich, dass die Balkons nur gebaut werden sollen, um die Miete zu erhöhen“, sagte BA-Vorsitzender Klein. Die Mieter seien zudem über die geplanten Umbauten und die daraus entstehenden Kosten nur unzureichend informiert worden. Die Mitglieder des Bezirksausschusses schlossen sich dieser Meinung an und lehnten den Bau der Balkons letztlich ab.

Die Vonovia baut in den Häusern auch neue Hauseingänge und streicht Hauswände und Treppenhäuser neu. Auf Anfrage gab sie bekannt, dass sie die genaue Erhöhung der Miete erst nach Abschluss der Umbauten festlege. „Mit der Ankündigung haben die Mieter bereits eine erste Indikation über die mögliche Mieterhöhung erhalten.“ Da sich die Planungen inzwischen geändert hätten, falle die Mieterhöhung voraussichtlich niedriger aus, als zunächst angekündigt.

Sören Götz

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