Der Abriss droht: Die Bewohner des Studentenwohnheims Johanneskolleg kämpfen für dessen Erhalt. Zumindest fordern sie eine Unterkunfts-Alternative – die das Erzbistum auch zugesagt hatte. Foto: fkn

Wohnheim soll abgerissen werden

Studenten kämpfen um Johanneskolleg

München - Die Bewohner des Studentenwohnheims Johanneskolleg in Schwabing sind verzweifelt. Bis Ende September müssen sie ihre Unterkünfte räumen, weil das Haus abgerissen werden soll. Die von der Erzdiözese in Aussicht gestellten Alternativen bleiben bisher aber aus.

Wie berichtet, hatte das Hilfswerk Missio seine beiden Münchner Studentenwohnheime an die Erzdiözese München und Freising verkauft. Während das Ludwigskolleg in Schwabing-Freimann erweitert werden soll, will die Erzdiözese das Johanneskolleg an der Schwabinger Hiltenspergerstraße abreißen. Das Studentenwohnheim sei nicht mehr sanierungsfähig und soll nun „Wohnraum für den angespannten Münchner Mietmarkt“ weichen. Den Studenten, die am 1. Oktober auf der Straße stehen, wollte die Erzdiözese bei der Wohnraumsuche helfen – doch davon ist jetzt offenbar nicht mehr die Rede.

Ersatz-Wohnungen sind nicht in Sicht

Empört wandten sich die Hausbewohner daher nun an den Schwabinger Bezirksausschuss. Man habe ihnen in Aussicht gestellt, dass die Wohnheimplätze durch Erweiterungsbauten am Ludwigskolleg oder dem Albert-Magnus-Haus in Pasing ersetzt werden würden. Allerdings: „Die Erweiterung von anderen Häusern ist zwar geplant. Es gibt aber keinen konkreten Zeitplan“, so Heimbewohner Johannes Hochholzer. Der Student stellt zudem fest: „Wir haben viele internationale Bewohner, die sich in einem Sprachkurs auf das Studium in Deutschland vorbereiten. In anderen Wohnheimen nehmen sie aber nur immatrikulierte Studenten.“

Wohnheim-Leiterin über das Tempo verwundert

Ein Umstand, der auch Schwester Francesca Sorgen bereitet. Die Leiterin des Johanneskollegs ist über die Schnelligkeit der Entscheidung verwundert. Warum man sich die einzelnen Schritte nicht in Ruhe überlegt, sei nicht nachvollziehbar. Eine Baufälligkeit könne sie dem Gebäude auch nicht attestieren. Es sei renovierungsbedürftig, mehr nicht.

Die Studenten haben in ihrer Verzweiflung inzwischen eine Online-Petition gestartet. Hierin bitten sie Kardinal Marx um den Erhalt „des Vorzeigeprojektes für Integration“.

BA über Abriss nicht informiert

Die Mitglieder des Schwabinger Bezirksausschusses irritierte außerdem, dass sie über den Abriss nicht informiert worden waren. Das wundert auch Student Johannes Hochholzer: „Uns wurde gesagt, dass die Genehmigung schon vorliegt.“ Der BA-Vorsitzende Walter Klein findet es bedenklich, dass im Gebäude nebenan in Kürze unbegleitete junge Flüchtlinge einziehen sollen „und daneben wird ein Hochhaus runtergebrochen“. Da hätte das Johanneskolleg mit seinem Konzept des Miteinanders und seiner Internationalität sehr gut als Nachbar gepasst. Die Mitglieder des Bezirksausschusses erklärten sich daher mit den Studenten solidarisch. Das Gremium beschloss einstimmig, sich an das Ordinariat zu wenden, um den Erhalt des Kollegs zu fordern.

Margot Deny

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