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So macht Arbeiten keinen Spaß: Eine aktuelle Aufnahme aus der Zara-Filiale in der Leopoldstraße.

Rechtsanwältin zeigt Optionen auf

„Zustände wie in Südostasien“: Münchner Zara-Mitarbeiter leiden weiter

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Ekelerregende Aufnahmen aus Münchner Zara-Filialen haben jüngst für Empörung gesorgt. Die Zustände sind offenbar weiterhin prekär. Nun haben die Mitarbeiter genug.

Update 28. Februar, 11.00 Uhr: Münchner Zara-Mitarbeiter erneuern Vorwürfe

Die Medienberichterstattung hat ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. Nach Bekanntwerden der Ekel-Vorwürfe hätten Zara-Vertreter den Filialen in München mehrfach Besuche abgestattet, berichtet Ver.di-Gewerkschaftssekretär Dominik Datz. Das Unternehmen hatte zuvor dementiert, mit einem Schmutz-Problem in der Landeshauptstadt konfrontiert zu sein. 

„Kosteneinsparungen bei Reinigungspersonal, aber auch eigenem Verkaufspersonal lassen in vielen Betrieben ordnungsgemäße Abläufe nicht mehr zu“, hält Datz dagegen. Man habe die betroffenen Betriebsräte ermutigt, im Rahmen ihrer Mitbestimmungsmöglichkeiten gegen Zara vorzugehen, so der Funktionär. 

„Für das Personal eine reine Katastrophe“

Im Zara-Store in der Theatinerstraße soll derzeit eine einzige Kraft für die Reinigung zuständig sein. Ursprünglich wurde diese jedoch angestellt, um Ware im Lager zu verräumen, berichtet ein Angestellter.

Besonders schlimm scheint die Situation weiterhin in der Filiale in der Leopoldstraße zu sein. „Wir haben hier Hygienezustände wie in Südostasien - mitten in Schwabing. Für das Personal ist das eine reine Katastrophe“, erneuert ein Mitarbeiter im Gespräch mit unserer Online-Redaktion die Kritik.

Schimmel, Müll und Staub: Ekel-Aufnahmen aus Münchner Zara-Filiale

Auch das Thema Sicherheit am Schwabinger Standort scheint eher stiefmütterlich behandelt zu werden, mehrere Notausgänge sind blockiert. „Kaum auszudenken, was passieren würde, wenn hier ein Feuer ausbrechen würde. Im Notfall wissen die Mitarbeiter nicht, wie sie sich verhalten sollten, nicht einmal ein Sammelplatz ist bekannt“, so der Vorwurf.

Müllberge, Staub und Gefahren am Arbeitsplatz - die Zara-Mitarbeiter aus der Landeshauptstadt sind mit ihrer Geduld am Ende. Doch welche Möglichkeiten bleiben, um aktiv für eine Verbesserung des Arbeitsumfelds einzutreten? 

Rechtsanwältin zeigt Optionen auf

„Wenn Vorschläge zu Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes nicht mehr ausreichen - dies scheint der Fall zu sein, wenn man die Fotos aus den Zara-Filialen betrachtet - sollte man sich beim Arbeitgeber am Besten schriftlich beschweren“, konstatiert Gabriele Leucht von der Kanzlei Cramer Henkel aus München. 

Bleiben auch diese Versuche ergebnislos, könne der Betriebsrat eine sogenannte Einigungsstelle einberufen, erklärt die Spezialistin für Arbeitsrecht. Als Ultima Ratio bleibt dann nur noch der Gang vors Gericht. „Wenn die hygienischen Umstände in einem Betrieb nicht mehr tragbar sind, könnten juristische Schritte gegen den Arbeitgeber eingeleitet werden“, zeigt die Rechtsanwältin auf.

Meldung vom 13. Februar 2018: Ekel-Bilder aus Münchner Zara-Filialen

Verschimmelte Kartons, Müll in den Ecken und überall Staub. Aktuelle Bilder aus Münchner Zara-Filialen sorgen für Empörung.

Besonders prekär sollen die Zustände demnach in der Leopoldstraße sein, wo die spanische Modekette einen großen Store betreibt. Die Bild zitiert einen Mitarbeiter, der berichtet, dass das Reinigungsteam in der Filiale zuletzt merklich reduziert wurde. Seither sollen sich Schimmel, Müll und Staub unaufhaltsam ausbreiten.

Zara-Mitarbeiter: Reinigungsvorschriften wurden missachtet

Laut Vorschrift muss in einer Filiale zweimal pro Jahr eine intensive Grundreinigung durchgeführt werden. Der zitierte Mitarbeiters behauptet jedoch, dass darauf in der Leopoldstraße in den letzten beiden Jahren konsequent verzichtet worden sein soll. 

Die Zara-Filiale in der Münchner Leopoldstraße.

„Zum Standardkonzept gehört eine tägliche Reinigung der gesamten Filiale nach Ladenschluss, außerdem erfolgt eine zusätzliche wöchentliche Sonderreinigung, um die Einhaltung aller Hygienestandards zu garantieren“, tritt eine Unternehmenssprecherin den Vorwürfen entgegen.

„Aufnahmen bilden nicht die Realität ab“

In der Filiale in der Theatinerstraße sollen laut des Bild-Berichts jedoch ähnliche Zustände herrschen. Verdi-Gewerkschaftssekretär Dominik Datz reagiert empört: „Mindest-Hygiene-Standards und der Arbeitsschutz müssen dort sofort eingehalten werden. Ansonsten wird Zara verklagt“, so der hochrangige Funktionär.

Die Modekette dementiert, mit einem Schmutz-Problem in der Landeshauptstadt konfrontiert zu sein. „Die gezeigten Aufnahmen bilden nicht die Realität unserer Filialen in Deutschland ab. Sauberkeit und Ordnung sind wesentliche organisatorische Aspekte in unseren Filialen“, so das Statement von Firmenseite.

Dieser ZARA-Konkurrent kommt nach München

Ein großer Zara-Konkurrent macht sich schon bald in München breit. Mittlerweile ist klar, wann Mode-Discounter Primark seine Pforten in der Landeshauptstadt öffnen wird.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Schwabing - mein Viertel“.

lks

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