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Genervt von der Großbaustelle: die Anwohner Michael und Jennifer Wallace sowie Natalie Lenz (re.)

Baulärm sorgt für Ärger

Leben in der Schwanthaler Hölle: Anwohner fordern Entschädigung von Baugesellschaften

Seit zwei Jahren ist die Schwanthalerhöhe eine Mega-Baustelle. Die Anwohner sind genervt und gehen mit den Baugesellschaften auf Konfrontationskurs.

München - Presslufthammer schlagen auf Beton, ein Lkw lässt mehrere Tonnen Schutt in einen Container krachen. Großbaustellen-Lärm ist Tag für Tag an der Schwanthalerhöhe zu hören – seit zwei Jahren. Bei den Anwohnern liegen die Nerven blank. „Wir können den Großkopferten das Leben genauso schwer machen, wie sie es uns“, heißt es in einem Aufruf einer Anwohnerinitiative. Sie verlangen Entschädigung – für ein Leben in der Schwanthaler Hölle...

Bis zur Wiesn soll alles fertig sein: An der Schwanthalerstraße lässt das Immobilienunternehmen „Bayerische Hausbau“ mit der „Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft“ (HBB) eine neue Shopping-Meile entstehen. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, auch sonntags wird gewerkelt. „Eigentlich haben wir einen Balkon mit einer wunderbaren Aussicht“, schildert Anwohner Michael Wallace (39). „Davon haben wir seit zwei Jahren nichts mehr.“ Stattdessen: Lärm, Schmutz, blockierte Parkplätze, versperrte Fuß- und Radwege.

Täglicher Baulärm: Jetzt fordern Anwohner Entschädigung.

90 Dezibel hat er mit einer App gemessen, mehr als doppelt so viel Krach als erlaubt. „Das beginnt schon um 7 Uhr morgens“, erzählt er. „Und geht oft bis 22 Uhr.“ Ausschlafen gibt’s nicht. Sich bei geöffnetem Fenster unterhalten? Keine Chance. Er und seine Frau Jennifer haben genug – per Flyer wurden vor einer Woche alle Anwohner dazu aufgerufen, sich zusammenzutun. Die Forderung an die Baugesellschaften: eine Entschädigung von drei Monatsmieten. „Die wurde vollständig abgelehnt“, berichtet Wallace. Ungefähr 30 Anwohner haben sich mittlerweile bei Michael und Jennifer Wallace gemeldet – sie wollen ihre Interessen durchsetzen. „Alleine traut man sich das nicht“, sagt ein Anwohner.

Genervt von der Großbaustelle: die Anwohner Michael und Jennifer Wallace sowie Natalie Lenz (re.)

„Wir verhalten uns exakt nach Richtlinien“

Auf tz-Anfrage bestätigt die Bayerische Hausbau, dass sie die Forderungen ablehnt – es gebe keine Verletzung behördlicher Auflagen. HBB-Geschäftsführer Harald Ortner ist über die Initiative überrascht: „Wir verhalten uns exakt nach Richtlinien. Wir werden da mit reingezogen, obwohl wir nichts damit zu tun haben.“ Der Ball liege bei der Bayerischen Hausbau.

„Wir wissen nicht, ob wir erfolgreich sein werden“, sagt Wallace. „Wir sind keine Anwälte. Aber wir erinnern Politik und Unternehmen an ihre gesellschaftliche Verantwortung.“

Kathrin Braun

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