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Der Schwung geht verloren: Die Oide Wiesn hat mehr und mehr mit den Besucherzahlen zu kämpfen.

Schlussbericht liegt vor

Wiesn-Zahlen: Ein Besucherschwund alarmiert Stadt und Schausteller

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In viereinhalb Monaten ist wieder Wiesn-Zeit. Vorher wird aber erstmal Bilanz des Mega-Volksfestes 2017 gezogen. Die Zahlen lassen bei den Schaustellern der Oiden Wiesn die Alarmglocken schrillen.

München - Die Oide Wiesn sieht langsam ziemlich alt aus! Insgesamt haben 2017 nur 482.994 Gäste das historische Fest besucht. Das geht aus dem Schlussbericht hervor, der der tz exklusiv vorliegt und in zwei Wochen dem Stadtrat vorgestellt werden soll. 2015 kamen noch 568.833 Besucher, in dem Jahr davor sogar rund 610.000. 2016 fiel die Oide Wiesn wegen des Zentralen Landwirtschaftsfestes (ZLF) aus. Die Verwaltung ist offenbar alarmiert. In der Vorlage heißt es: „Trotz Besucherrückgang konnten die Kosten noch gedeckt werden.“ Noch! Und weiter wird resümiert: Für 2018 soll durch „verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Optimierung des Konzeptes“ versucht werden, den Festplatz attraktiver zu machen.

Kommentar zur Mega-Wiesn 2017: Ein Fest der Münchner

Der Oidn Wiesn geht der Schwung aus! Die tz weiß: Den Beschickern ist das längst bekannt. Vor einer Weile hatten Schausteller Alarm geschlagen: Die Oide Wiesn sei längst nicht mehr so, wie sie ursprünglich gedacht war. Bürgermeister und Wirtschaftsreferent Josef Schmid (48, CSU) hatte indes betont, dass die Wiesn insgesamt weniger besucht und somit gemütlicher war als in den Jahren zuvor. Daher habe nicht die Notwendigkeit bestanden, auf die Oide Wiesn auszuweichen.

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Spaß auf der Oiden Wiesn: Diese Besucher genießen das größte Volksfest der Welt.

Zum 200. Geburtstag des Oktoberfestes aus der Taufe gehoben

2010 war die Veranstaltung aus der Taufe gehoben worden. Grund war der 200. Geburtstag des Oktoberfestes. Die historische Wiesn kam so gut an, dass das Konzept vom damaligen Wiesn-Chef und heutigen OB Dieter Reiter (59, SPD) unter dem Namen Oide Wiesn weitergeführt wurde.

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Insgesamt zählte das Oktoberfest zuletzt 6,2 Millionen Besucher, rund 300.000 mehr als 2016. Wir zeigen Ihnen hier, was die Schlussbilanz der Stadt noch über die Wiesn verrät.

  • 466.747 Hendl sind auf der Wiesn 2017 verzehrt worden. Im Jahr zuvor waren es rund 100.000 weniger (366. 876). Hinzu kamen 146 Ochsen (2016: 116) und 59 Kälber (58).
  • 77.836 Hektoliter Bier sind 2017 geflossen. Das entspricht 7,7 Millionen Mass. Im Jahr davor waren es 66.231 Hektoliter. 1620 Hektoliter Alkoholfreies wurden ausgeschenkt. 2016 waren es 1385.
  • 547.935 Bratwürstl sind verkauft worden. Das sind rund 250.000 mehr als im Jahr 2016 (292.430)! Ein Rückgang ist beim Verzehr der Schweinswürstl festzustellen. 2017 wurden 206.535 verkauft, 2016 waren es 303.715.
  • 81.976 Liter Wein haben die ­Besucher genossen. 2016 waren es 69.897. An Sekt flossen 19.745 Liter (16.367); Champagner wurden 21.975 Liter ­ausgeschenkt (20.488).
  • 1005 Tonnen Restmüll sind 2017 angefallen. Im Vorjahr waren es 774! Zudem entstanden 51 Tonnen Papiermüll (2016: 30) und 534 Tonnen Speisereste (2016: 458).
  •  3 Blitzeinschläge gab es 2017: Ein Blitz traf das Festzelt Tradition, ein Verteilerkasten wurde zerstört. Ein Blitz schlug im Fahrgeschäft Power Tower ein. Zum Glück wurde niemand verletzt.
Die dreckige Seite der Wiesn: Auf der Theresienwiese sammelt sich in den zwei Wochen allerhand Müll an.

Ein Zaun und 657 Ordner

Die Sicherheit auf der Wiesn war das bestimmende Thema der vergangenen zwei Jahre. Der neue Wiesnzaun, Taschen- und Rucksackkontrollen, mehr Ordner. 2017 waren von der Stadt bis zu 657 Sicherheitskräfte gleichzeitig im Einsatz. Wie aus der Vorlage der Verwaltung nun hervorgeht, soll die Zahl der Ordner gesenkt werden. So sollen die Eingangszäune nachts nicht mehr ganz geöffnet sein, sondern nur noch schmale Durchgänge bieten.

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Sascha Karowski

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