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Das „Café Westend“ bekam Besuch von den Einbrechern, die Polizei schnappte die Täter.

Der Raubzug der Tresor-Knacker im Westend

Einbruchsserie: Zwei Täter auf frischer Tat geschnappt, aber ...

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Panzerknacker haben in der Nacht von Freitag auf Samstag versucht, den Tresor im „Café Westend“ aufzubrechen. Zwei Täter werden gefasst - aber gibt es noch einen dritten?

München - Im Keller liegt der Geruch von heißem Metall in der Luft. Panzerknacker haben in der Nacht von Freitag auf Samstag versucht, den Tresor im „Café Westend“ aufzubrechen. Die Polizei hat zwei Männer auf frischer Tat festgenommen. Zuvor sind sie vermutlich auch im Burger-Lokal Hans im Glück eingestiegen. Doch von mehreren Tausend Euro fehlt jede Spur. Ist noch ein dritter Einbrecher unterwegs?

„Mein Mann ist von dem Bohrlärm aufgewacht“, sagt Franziska Rott, die mit ihrem Mann Manfred das Café Westend an der Ecke Ganghofer-/Anglerstraße führt. Das Paar wohnt im dritten Stock, im Erdgeschoss befindet sich das Lokal, in dem sich nur wenige Stunden nach dem rabiaten Einbruch schon wieder viele Gäste zum Frühstücken treffen. „Es muss ja weitergehen“, sagt die Chefin und dirigiert ihre Kellner an die Tische.

Die Kellnerinnen Julia Bachmeier (l.) und Daniela Achatz vor der aufgehebelten Sicherheitstür zum Tresor.

Café-Chef hörte die Täter und verständigte die Polizei

Gegen 3 Uhr, so schätzt Franziska Rott, haben sich die Täter im Hinterhof über die Kellertüre Zutritt verschafft. Ein dunkler Gang führt über den Gastraum mit der Kegelbahn zu den Toiletten, wo sich gegenüber eine unscheinbare Tür abzeichnet. Provisorisch wird sie von einem Sicherheitsschloss in den Angeln gehalten. Hebelspuren zeugen von der brachialen Gewalt, mit der die Einbrecher in das Büro mit dem massiven Tresor gekommen sind. Noch heftiger ist das Zerstörungsbild an dem Stahlwürfel. Mit Brechstange, Axt und Flex versuchen die Täter, an das Innere zu kommen. Die Gelenke der Scharniere können sie durchtrennen, auch die erste Schicht des Metallmantels ist durchdrungen – da macht ihnen Chef Manfred Rott einen Strich durch die Rechnung.

Schon als er durch die Ladentüre geht, ist er sich sicher, dass sich im Keller jemand am Tresor zu schaffen macht. Rott ruft die Polizei. Die Beamten überwältigen zwei Männer, die gerade eifrig am Tresor werkeln.

Die Spuren am Tresor sind deutlich zu erkennen.

Die Art, wie sie ins Gebäude kommen, dort die Bewegungsmelder zerstören, mit welchen Werkzeugen sie ausgestattet sind – Franziska Rott ist sich sicher: „Das waren Profis.“ Zwar scheinen die Täter gegen 4.30 Uhr gefasst. Doch es fehlen Bedienungsgeldbeutel und Tageseinnahmen über mehreren Tausend Euro. Weil das Geld nicht bei den beiden Tresor-Knackern gefunden wird, geht man davon aus, dass ein Dritter beteiligt ist. Die Polizei bestätigt auf tz-Nachfrage den Einbruch im Westend.

Zuvor haben vermutlich dieselben Einbrecher versucht, in dem wenige Hundert Meter entfernten Burger-Lokal „Hans im Glück“ in der Bergmannstraße Beute zu machen.

Das „Hans im Glück“ sollte ebenfalls ausgeraubt werden.

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