+
Der Hauptbahnhof wird bald Sperrzone für Alkohol - zumindest nachts.

Stadt macht ernst

Hauptbahnhof: Nachts kein Alkohol mehr

  • schließen

München - Seit einiger Zeit ist es geplant, jetzt macht die Stadt aber ernst. Die Vollversammlung beschließt, dass die Situation um den Hauptbahnhof verbessert werden soll.

Die Stadt macht ernst mit dem Alkoholverbot am Hauptbahnhof: Nächste Woche soll in der Vollversammlung ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Situation rund um den Hauptbahnhof beschlossen werden. Kernpunkt ist ein Alkoholverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Zudem soll die Videoüberwachung ausgeweitet werden.

Thomas Böhle, Kreisverwaltungsreferent der Stadt.

Auch beim Abriss des Vordachs am Bahnhofvorplatz – des so genannten „Schwammerls“ – will die Deutsche Bahn nun schnell handeln. Das schmucklose Bauwerk soll noch in diesem Winter entfernt werden. Ein neues Dach ist nach Angaben eines Bahnsprechers vorerst nicht geplant, aber eine ordentliche Beleuchtung. Dem Abriss des Vordachs kommt angesichts der hohen Kriminalitätsbelastung und der dortigen offenen Trinkerszene besondere Bedeutung zu, da der Vorplatz dadurch transparenter und für Videoüberwachung einsehbarer gestaltet werden kann. In den vergangenen Monaten hatten sich die Klagen über zunehmende Gewalt sowie über Alkohol- und Drogenexzesse am Hauptbahnhof gehäuft. Vor einem Jahr wurde ein Runder Tisch aus Polizei, Kreisverwaltungsreferat, der Bahn, der MVG und Streetworkern initiiert. Das nun vorliegende Maßnahmenpaket ist das Resultat dieser Unterredungen.

Drogenhandel und -konsum nimmt seit 2014 deutlich zu

Wie aus der Stadtratsvorlage des KVR hervorgeht, haben sowohl Drogenhandel als auch -konsum im Umfeld des Hauptbahnhofs seit Mitte 2014 deutlich zugenommen. Von Januar bis Mitte August 2016 wurden 341 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert. Mittlerweile hat die Münchner Polizei ihre Präsenz rund um den Hauptbahnhof verstärkt und ist dort fast täglich mit geschlossenen Einheiten unterwegs. Seit 1. April gibt es zudem gemischte Streifen mit der Bundespolizei, um Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Die Einsätze reichen bis zum Alten Botanischen und Stachus. Das KVR hat im Jahr 2016 bis Oktober bereits gegen 99 Personen Aufenthaltsverbote erlassen. Im gesamten Jahr 2015 waren es 92 Personen, 2014 nur 24. Betroffen von den Aufenthaltsverboten sind Drogendealer und wiederholt auffällige Konsumenten von Betäubungsmitteln. Einen privaten Sicherheitsdienst – wie von der CSU beantragt – lehnen Polizei und Stadt ab.

Vor allem das Vordach am Haupteingang ist ein beliebter Treffpunkt der „Stehtrinker“. Laut Polizei stehen dort oft mehr als 100 Personen beisammen. Alkohol ist häufig der Auslöser von Streitereien oder Gewalttaten. Die Zahl der Straftaten in und um den Hauptbahnhof ist 2016 um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, in den Nachtstunden zwischen 22 und 7 Uhr sogar um 85 Prozent. Nun will die Stadt den Konsum und das Mitführen alkoholischer Getränke im und rund um den Hauptbahnhof zwischen 22 und 6 Uhr verbieten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gestüts-Pläne: Unternehmer plant spektakulären Reitstall
Das einst imposante Gestüt Ludwigsfeld liegt seit Jahrzehnten brach. Nun will ein Münchner Unternehmer dort eine spektakuläre Reitstall-Anlage errichten. Teils sollen …
Gestüts-Pläne: Unternehmer plant spektakulären Reitstall
Circus Roncalli kommt nach München - und wir verraten, wohin
Manege frei für den Circus Roncalli in München! Ab 7. Oktober gastiert der Circus Roncalli mit seiner Jubiläumsshow auf dem Areal des Kreativquartiers. 
Circus Roncalli kommt nach München - und wir verraten, wohin
Der Hilferuf einer Uroma
Eine Kleinanzeige, oft sind das nur zwei knappe Zeilen. Doch hinter ihnen verbirgt sich manch spannende Geschichte. Zum Beispiel die einer Uroma, die bei dem Versuch …
Der Hilferuf einer Uroma
Vorab-Einblick: So sieht‘s am neuen Sendlinger Tor aus 
In einem sogenannten Musterraum testen Mitarbeiter der Münchner Verkehrsgesellschaft die Materialien für die neue U-Bahn-Haltestelle. 
Vorab-Einblick: So sieht‘s am neuen Sendlinger Tor aus 

Kommentare