Mit Patienten an Bord

Während eines Einsatzes: Rettungshubschrauber-Crew wird von Laser geblendet

Die Crew eines Rettungshubschraubers, der mit Patienten an Bord unterwegs war, ist Opfer eines Laser-Anschlags geworden. Nur durch Zufall blieben sie unverletzt.

München - Was für eine Wahnsinns-Tat! Die Besatzung eines Rettungshubschraubers der DRF-Luftrettung ist am Dienstag beim Landeanflug auf einen Sportplatz an der Lindwurmstraße von dem Strahl eines Laserpointers geblendet worden. Zwar lief der Zwischenfall ohne Folgen ab, trotzdem sind solche Angriffe lebensgefährlich! Die Polizei ermittelt jetzt wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Der Heli-Pilot (48) wollte um 22 Uhr auf dem Sportgelände der Staatlichen Berufsoberschule landen. Normalerweise steuern die Rettungshubschrauber die Theresienwiese an. Weil derzeit das Gelände wegen der Wiesn-Aufbauten blockiert ist, hat man mit dem Sportplatz in der Nähe einen vorübergehenden Landeplatz gefunden.

Kurz vor dem Aufsetzen dann der feige Angriff: Der giftgrüne Strahl des Laserpointers zielte direkt in das Cockpit, teilte die Polizei gestern mit. Der Pilot konnte rechtzeitig den Kopf zur Seite drehen, ein 37-jähriger Notfallsanitäter wurde aber im Auge getroffen. Offenbar blieben alle Mitglieder der Besatzung und auch die zwei Patienten unverletzt. Der Helikopter konnte trotz des Angriffs sicher landen.

Strahl in der Nähe der Bavaria losgeschickt

Die Polizei vermutet, dass der Strahl in der Nähe der Bavaria losgeschickt wurde. Bei einer sofortigen Fahndung trafen Polizisten auf mehrere Personen, die sich auf der Treppe der Statue aufhielten. Sie wurden kontrolliert, eine Person kassierte eine Anzeige, heißt es aus dem Präsidium.

Grundsätzlich sind Laserpointer in Deutschland erlaubt, solange sie im privaten Bereich angewendet und nicht zum Schaden Dritter missbraucht werden. Geräte mit einer stärkeren Leistung können beim Auftreffen des Laserstrahls auf die Netzhaut des Auges schwere Verletzungen bis zum Erblinden hervorrufen.

Erst vergangene Woche berichtete die tz, dass sich Piloten von Passagiermaschinen vor allem im Luftraum über München häufig geblendet fühlen. Die Polizei vermutet einen Strahler auf dem Dach eines Gebäudes im Werksviertel als Ursache.

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Rubriklistenbild: © dpa / Wolfgang Kumm

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