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Die Veranstalter der ersten Musiknacht im Westend: Willi Wermelt und Andree Heikes vor ihrem Werbeplakat.

Ein Viertel im Dreivierteltakt

Das Westend bekommt seine eigene Musiknacht

Das Stadtviertel Neuhausen/Nymphenburg tut’s. Moosach tut’s. Und jetzt tut’s auch das Westend: Am 21. Oktober lädt es zu seiner ersten Musiknacht.

München - Ein Viertel im Dreivierteltakt, sozusagen. Wobei es weniger um Walzer geht, als um Pop, Rock, Funk, Soul, Blues – sprich: alles, was der Musikliebhaber jenseitens der Klassik begehrt.

Veranstalter des neuen Events ist zum einen der Kulturmanager Willi Wermelt, der zwar ursprünglich aus dem Münsterland stammt, aber seit Jahren im Münchner Stadtgebiet (Tollwood, Lilalu) und Umland (Erdinger Sinnflut Festival) für Energie sorgt. Dazu gesellt sich Andree Heikes. Der Gastronom, der 18 Jahre lang im Stoa (Westend) für Kulinarik und Klänge sorgte, ist nach wie vor so gut vernetzt, dass er die Bands für die Musiknacht im Westend ins Boot holte.

Die geht am 21. Oktober erstmals über die Bühnen. Wenn es klappt und das Publikum strömt, soll die besondere Nacht eine alljährliche Veranstaltung werden. Natürlich ausbaufähig, denn, wie Willi Wermelt gestern auf der Pressekonferenz sagte: „Viele Wirte im Westend schauen sich das jetzt erst einmal an und werden, wenn es läuft, im kommenden Jahr mit von der Partie sein.“ Wie etwa das Stragula, das heuer am selben Abend einen Poetry Slam ausrichtet. „Aber das kann man für 2018 anders planen.“

Und so geht’s: Die Karte kostet zehn Euro, dafür kann man in insgesamt 17 verschiedene Örtlichkeiten. Das Armband für den Eintritt erhält man am Abend an der jeweiligen Eingangstür oder bereits ab jetzt im Vorverkauf. Der findet im Second-Hand-Laden „Klamottchen“ am Gollierplatz 12 statt. Den übrigens Heikes’ Gattin führt.

Freilich: Im Gegensatz etwa zur stadtweiten „Langen Nacht der Musik“ geht es hier etwas beschaulicher zu, auch, was die Länge der Veranstaltung betrifft. Fest steht nur: In der Kongressbar wird es bis um 2 Uhr nachts weitergehen, die anderen Läden machen wohl nach dem letzten Konzert um 22 Uhr Schluss mit Livemusik.

So laufen die Konzert ab

Die Konzerte beginnen immer um 20 Uhr und dauern eine knappe halbe Stunde. Danach ist rund 20 Minuten Pause, damit man sich ohne Hast zur neuen Location seiner Wahl begeben kann. Zum Ticketkauf erhält man einen Faltplan. Hier hier sind alle Bands verzeichnet und wer wo von Osten (Kongressbar, Schwanthalerhöhe 15) nach Westen (Wirtshaus Eder, Gollierstraße 83) auftreten wird.

Übrigens ist die Veranstaltung in trockenen Tüchern, was ja auch nicht immer der Fall sein soll: Der Bezirksausschuss hat grünes Licht gegeben und freut sich, dass das Viertel etwas Zusätzliches zum Lauschen und Leben bietet. Das erste Konzert beginnt allerdings nicht erst um 20 Uhr, sondern schon eine Stunde vorher – auf dem Gollierplatz, wo „Di Farykte Kapelle“ mit Balkanklängen und Jiddischem die Musiknacht einläutet. Eine Stunde lang zieht die Combo durchs Viertel, und wo sie danach landen wird (sprich: spielen), das steht noch in den Sternen. „Wo es ihnen gefällt“, sagen die Veranstalter lachend.

Besonders gespannt sind wir auf das Ledigenheim im mächtigen Ziegelbau am Gollierplatz. Der ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt, dabei bietet der imposante Bau seit Jahrzehnten 1927 sozial schwachen Single-Männern ein Heim. Hier spielen am 21. Oktober die „Dillitzer“.

Matthias Bieber

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