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Eine Kissenschlacht veranstalten die Inhaberinnen natürlich nur, wenn keine Kunden da sind: Anastasia von Spreti (li.) und Phaedra Richter haben zusammen mit zwei weiteren Freunden einen Einrichtungsladen eröffnet. Phaedra entwirft die Stoffmuster, Anastasia polstert die Möbel.

„Vindue“ im Westend

Vier Freunde, frische Polster und eigenes Design

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Vier Freunde haben den Einrichtungsladen „Vindue“ gegründet und verkaufen dort selbst entworfene Möbel und Stoffe.

München - Eine Kundin hat gerade gezahlt und will mit ihrem neuen Holzhocker den Laden verlassen, als Anastasia von Spreti sie zurückhält. Sie blickt nach draußen, wo es regnet, und sagt: „Warten Sie kurz.“ Dann flitzt sie ins Hinterzimmer, kommt mit einer Rolle Frischhaltefolie zurück und umwickelt den Hocker mit einigen Schichten. Das gute Stück soll nicht nass werden. Schließlich hat Anastasia es selbst aufgemöbelt, Stunden damit in der Werkstatt zugebracht. Wenn der Hocker jetzt den Laden verlässt, soll er heil in seinem neuen Heim ankommen.

Echtes Handwerk und Design

Die Liebe zu den Produkten ist es, die den neuen Einrichtungsladen „Vindue“ (Dänisch für Fenster oder Schaufenster) im Westend auszeichnet. Vier Freunde haben sich dafür zusammengetan: Anastasia von Spreti (29) ist gelernte Raumausstatterin mit Schwerpunkt Polsterei und hübscht alte Möbel auf. Grafikdesignerin und Künstlerin Phaedra Richter (29) hat für den Laden feine Stoffe entworfen. Sabrina Haugg (27) studiert Architektur mit Schwerpunkt Möbeldesign. Sie hat ihren Freund Leo Weber (33) mit ins Team gebracht, der ihre Entwürfe umsetzt und filigrane Möbel aus heimischen Hölzern baut. Ihre jeweiligen Fähigkeiten nutzen die vier nun in einer Art Symbiose: Von Spreti kann etwa die Möbel polstern, die Haugg erdacht und Weber gebaut hat, mit Stoffen, die Richter entworfen hat.

Individuelle Anfertigungen sind möglich

Im Laden sind die ersten Kreationen ausgestellt, etwa kleine Beistelltische und Bänke von Weber sowie hübsche Kissen aus Samtstoff von Richter. Der Clou: Die Kunden können alles in abgewandelter Form bestellen. „Wenn jemand sagt: Mir gefällt der Flamingostoff, aber ich hätte ihn lieber in Blau, ist das kein Problem“, erklärt Richter. Der laufende Meter Stoff (1,40 Meter breit) kostet regulär 75 Euro, auf individuellen Wunsch dann 10 Euro mehr. „Die Leute können bei uns am Produkt selbst mitwirken.“

Auch Leo Weber fertigt die ausgestellten Stücke gerne nach Maß an. Er verwendet nur Hölzer aus Oberbayern – Fichte, Birke, Lärche. Und: Seine Möbel werden gesteckt oder mit Keilen verbunden und kommen ganz ohne Nägel aus. Anastasia von Spreti sagt: „Wir wollen der Wegwerfkultur entgegenwirken. Denn extra angefertigte Stücke erfahren mehr Wertschätzung als Dinge von der Stange.“

Eine Werkstatt wird noch gesucht

Liebhaber der 50er-Jahre und skandinavischen Designs finden im Laden auch Dekoartikel – Tabletts, Kerzenständer, Vasen, Körbe – ausgewählter Firmen wie Ferm Living und Madam Stoltz. Zudem gibt es verspielte Kissen von Kokon – der gleichnamige Laden am Lenbachplatz war bekannt für seine prächtige Stoffabteilung.

Derzeit suchen Anastasia von Spreti und Leo Weber noch eine Werkstatt im Westend, damit sie gemeinsam in einem Raum werkeln können.

„Vindue“ an der Kazmairstraße 33 hat Mo. bis Sa. von 10 bis 20 Uhr geöffnet.Tel.: 089/ 37 91 65 60.

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