+
Döner macht schöner? Beim als „ Dönerhaus“ bekannten Gebäude an der Schwanthalerstraße hat es nicht geholfen.

Streit ums Döner-Haus

Stadt sieht Westend-Sanierung als abgeschlossen an: BA protestiert

Die Stadt erklärt die Sanierungsmaßnahmen im Westend für abgeschlossen. Lokalpolitiker sehen das anders und protestieren, besonders wegen des „Dönerhauses“. 

München - Schon seit Jahrzehnten verschönert und saniert die Stadt das Westend. Nun hat der Stadtrat die Sanierungsarbeiten in zwei Straßenzügen für beendet erklärt. Lokalpolitiker des Bezirksausschusses (BA) Schwanthalerhöhe sind darüber nicht erfreut, denn auch das sogenannte „Dönerhaus“ ist betroffen.

Der Stadtrat hatte bereits im Dezember 2016 zwei sogenannte Sanierungsgebiete im Westend aufgehoben. Betroffen sind der sogenannte Block 7 um die Park-, Schwanthaler-, Schießstätt- und Gollierstraße sowie der Block 18 rund um die Fäustle- Landsberger, Schrenk- und Westendstraße. Einzig ein Grundstück an der Westendstraße bleibt weiterhin Teil der Sanierungsmaßnahmen. Die Finanzierung für die Arbeiten ist laut Stadt gesichert.

Die Stadt hatte die beiden Blöcke 7 und 18 schon vor Jahrzehnten zu Sanierungsgebieten erklärt. In diesen Bereichen sollten bauliche Missstände und strukturelle Schwächen beseitigt werden. So der Sinn und Zweck des Programmes. Im Laufe der Jahre wurde etliche Modernisierungen an Häusern vorgenommen und Grünflächen angelegt. Weil die Stadt die Sanierungen damit für abgeschlossen erklärt hat, wurden zuletzt die beiden Sanierungsgebiete aufgehoben. Daran ändern auch Gebäude nichts, die nicht renoviert werden konnten. Denn wenn die Stadt ein Grundstück für nicht sanierbar befindet, kann sie das Sanierungsgebiet ebenfalls aufheben.

Ein Beispiel für ein nicht sanierbares Gebäude ist das inzwischen berüchtigte „Dönerhaus“. Das Haus an der Schwanthalerstraße 119 steht seit Jahren leer. Der Eigentümer weigert sich allerdings, das ehemalige „Gasthaus zum Riedwirt“ zu renovieren. Vor einigen Monaten sollte das denkmalgeschützte Haus zwangsversteigert werden, doch der Eigentümer konnte im letzten Moment seine Schulden begleichen.

Der BA Schwanthalerhöhe hat den Beschluss der Stadt deshalb nur „unter Protest“ zur Kenntnis genommen. Man könne das Sanierungsgebiet nicht aufheben, bevor geregelt sei, wie es mit dem Gebäude weitergehe, hieß es auf der jüngsten Sitzung des Gremiums. Der Eigentümer habe die Renovierung hinausgezögert. Wenn die Viertel-Sanierung nun als abgeschlossen gelte, könne er frei entscheiden, was er mit dem Haus machen wolle. Der BA hat allerdings keine Möglichkeit, den Stadtratsbeschluss rückgängig zu machen. Wie es nun mit dem „Dönerhaus“ weitergeht, bleibt zunächst unklar.

München marode: Hier verfällt die Stadt

Constanze Radnoti

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hochwasser: Die Isar zeigt, was sie kann
Der Sylvensteinspeicher hat München wieder einmal vor Schlimmerem bewahrt. Doch obwohl der Stausee der Hochwasserwelle die Spitze genommen hat, zeigt die Isar in diesen …
Hochwasser: Die Isar zeigt, was sie kann
MVG-Rad wächst weiter: 13 neue Stationen in Betrieb
Das Mietradsystem der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat erneut Zuwachs bekommen. Ab sofort stehen 13 weitere Stationen zur Verfügung.
MVG-Rad wächst weiter: 13 neue Stationen in Betrieb
Der smarte Wiesn-Besucher zahlt die Mass per Handy
Neuerungen auf dem Oktoberfest: Zwei Apps als Bereicherung für Smartphone-Nutzer. Das Rucksackverbot bleibt weiterhin bestehen.
Der smarte Wiesn-Besucher zahlt die Mass per Handy
Cosimabad: Freier Eintritt am Eröffnungstag nach drei Jahren Bauzeit
München bekommt seine Welle zurück! Rechtzeitig zum Beginn der Sommerferien eröffnet am Samstag, 29. Juli, das runderneuerte Cosima-Wellenbad wieder.
Cosimabad: Freier Eintritt am Eröffnungstag nach drei Jahren Bauzeit

Kommentare