Wer hier parkt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen: Unter dem Obdachlosenwohnheim in der Kyreinstraße 5 liegt die Tiefgarage mit 14 Stellplätzen. Foto Michael Westermann

Erhöhung von mehr als 110 Prozent

110 Prozent Erhöhung in drei Jahren - wie viele diese Stellplätze in Sendling kosten, ist kaum zu glauben

Ist das rechtens? In einem Gebäude in Sendling ist die Miete für einen Tiefgaragenstellplatz in den letzten drei Jahren um 110 Prozent gestiegen.

München - Wer in Sendling einen Tiefgaragenplatz für sein Auto hat, kann sich glücklich schätzen. Wegen der geringen Zahl an Stellplätzen im Viertel ist der Parkdruck, wie in vielen anderen Bereichen Münchens, auch hier immens. Seit langem schon ist es den Sendlinger Bezirkspolitikern daher ein Anliegen, Tiefgaragenplätze für Anwohner zu fördern. „Wir sind froh, wenn sich die Parkplätze nach unten verschieben“, bekräftigt Markus Lutz (SPD), der Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA). Das könnte seiner Meinung nach den Parkdruck reduzieren.

Doch ausgerechnet die Stadt kommt dem Gremium nun in die Quere und zieht die Preise für vierzehn private Stellplätze in einem angemieteten Gebäude in der Kyreinstraße 5 deutlich an. Ein Bürger berichtete in der jüngsten BA-Sitzung, die Mieten seien innerhalb der letzten drei Jahre von 45 Euro auf 95 Euro im Monat gestiegen. Das ist eine Erhöhung von mehr als 110 Prozent.

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Parkdruck soll Anstieg rechtfertigen

Bernd Plank, Sprecher des Kommunalreferats, rechtfertigt den Preisanstieg dadurch, dass der Parkdruck an der Kyreinstraße, die nur wenige Meter von der Großmarkthalle und dem Kreisverwaltungsreferat entfernt liegt, besonders hoch sei: „Es ist schwierig dort Parkplätze zu finden“, sagt er auf Anfrage unserer Zeitung. Den aktuellen Mietpreis hält Plank dementsprechend für angemessen.

Der Grund für die Steigerung sei, dass die Stadt nach der Gemeindeordnung dazu angehalten ist, die Mietpreise turnusmäßig zu prüfen und entsprechend anzupassen. Dies sei nun geschehen. Die Plätze an der Kyreinstraße sind die einzigen, die die Stadt direkt vermietet. Weitere Anwohnergaragen werden vom städtischen Tochterunternehmen Park + Ride München betrieben. Dass es an der Kyreinstraße nun so ein großer Sprung sei, sei schon ungewöhnlich, räumt Bernd Plank ein: „Das vielleicht einzige Versäumnis ist, dass der Turnus zu lange war.“

Das Stadtteilgremium will die Mieterhöhung für die Parkplätze in dem Gebäude, in dem sich ein Obdachlosenwohnheim des katholischen Männerfürsorge-Vereins befindet, nicht hinnehmen. In einem Antrag fordern die Lokalpolitiker die Stadt nun dazu auf, die Mieterhöhung zurückzunehmen und die Preise an andere Tiefgaragengebühren anzupassen. Eine Miete von etwa 70 Euro im Monat hält BA-Chef Lutz für angemessen. 

Christina Seipel

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