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Die nüchterne Skizze: So soll der neue Wohnblock am Herzog-Ernst-Platz aussehen. Die Steidle-Architekten haben in München noch mehr gebaut...
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Etwa das Wohn- und Geschäftshaus an der Leopoldstraße.
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...oder den bekannten Wohnturm auf der Theresienhöhe.
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Oder die Hochschule München an der Dachauer Straße. 
Wohn- und Bürohaus Oberanger in München
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Wohn- und Bürohaus Oberanger in München
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Das Siemens Sternhaus. 
Gesundheitszentrum Giesing Süd, München
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Gesundheitszentrum Giesing Süd, München
Lenbach Gärten, München
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Lenbach Gärten, München

Bauprojekt nach 15 Jahren

Bebauung der „Sendlinger Wüste“ - warum die Anwohner skeptisch sind

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Nach 15 Jahren Brache entsteht am Herzog-Ernst-Platz ein Wohnblock mit Kita, Restaurant und Supermarkt, Klingt eigentlich gut, doch die Anwohner sind skeptisch. 

München - Seit 15 Jahren liegt sie brach, nun soll sie endlich aufblühen: die „Sendlinger Wüste“. Vor allem Wohnungen werden auf dem 9900 Quadratmeter großen Areal am Herzog-Ernst-Platz gebaut. Doch die Pläne der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG stoßen bei Anwohnern bislang auf ein geteiltes Echo.

Wohnungen für alle Einkommensstufen

Entstehen sollen 167 Mietwohnungen für Haushalte verschiedener Einkommensstufen. Zudem ist ein Boardinghaus mit möblierten Apartments für Wohnen auf Zeit geplant sowie Wohnungen für Azubis und städtische Bedienstete. Der Sozialdienst katholischer Frauen mietet einige Wohnungen an, die Aidshilfe betreibt ein Restaurant. Hinzu kommen ein Haus für Kinder, ein Supermarkt und eine Tiefgarage – alles Dinge, die dort infrastrukturell dringend nötig sind. Gewonnen hat der Entwurf des Münchner Büros Steidle Architekten und der Landschaftsarchitekten Liebald + Aufermann. Auf dem „Tortenstück“ an der Radlkoferstraße entsteht ein fünfgeschossiger Häuserblock um einen Innenhof. Der Kopfbau an der Pfeuferstraße ist auf sieben Geschosse erhöht.

„Lego“ und „Schuhschachtel-Architektur“ sagen die Anwohner

„Legoklotz“, „Trumm aus Beton“, „Schuhschachtel-Architektur“: So froh die meisten Sendlinger sind, dass die Brache mit Leben gefüllt wird, so sehr stört einige der Entwurf, der arg massiv wirkt – zumal auch viele umliegende Gebäude wuchtig sind. Dabei könnte sich der Bau als ästhetisch sinnvoll herausstellen. Steidle-Architekt Johann Spengler zufolge soll er das Stadtviertel Theresienhöhe abschließen, das dieselben Architekten gebaut haben – darunter die farbigen „Wohn-Würfel“ zwischen Schwanthalerhöhe, Bavariapark und Herzog-Ernst-Platz. Der „Turm“ an der Pfeuferstraße wurde laut Spengler so geplant, um ein stabiles Pendant zu den anderen Häusern am Platz darzustellen. Die Fassade soll lebendig gestaltet werden mit farbigen Paneelen und Loggien – was in der Skizze noch nicht erkennbar ist. Die größte Herausforderung war, Wohnen, Arbeiten und Leben geschickt zu verbinden. „Selten kombinieren Gebäude so viele unterschiedliche Nutzungsformen“, so Spengler. GWG-Geschäftsführer Christian Amlong sagt, ein Boardinghaus zu bauen sei „für uns Neuland“.

Jahrelang fand sich kein Investor

Vor allem hat diese Entscheidung ein Grundproblem gelöst. 2002 war auf dem Platz das Bauzentrum abgerissen worden. Danach sollten dort Büros und nur 20 Prozent Wohnungen entstehen. Doch jahrelang fand die Stadt keinen Investor. 2011 beantragte der Bezirksausschuss Sendling (BA 6), den Bebauungsplan von einem Kern- in ein Wohn- oder Mischgebiet zu ändern. Erst 2015 lenkten Kommunal- und Planungsreferat ein und ermöglichten mehr Wohnanteil. Diese 50 Prozent verteilen sich nun auf freifinanzierte Wohnungen und das Förderprogramm München Modell – das Boardinghaus zählt nicht dazu, sondern als „gewerbliches Wohnen“.

Der BA kämpfte seit 2009 für eine Bebauung

Beim BA ist die Stimmung gut. Der Vorsitzende Markus Lutz (SPD), der seit 2009 für die Wohnbebauung gekämpft hat, sagt: „Wir freuen uns sehr, dass unsere Wünsche bei den Planungen berücksichtigt wurden.“ Am Steidle-Entwurf habe der Jury gefallen, dass er den größten Innenhof mit viel Grünfläche vorsieht und auf die Umgebung eingeht. Lutz kennt die kritischen Stimmen zur Ästhetik des „Klotzes“ – doch er sagt, „klares, modernes Bauen“ habe sich auch bewährt. Zudem müsse die Stadt nun mal die Kosten niedrig halten. Baubeginn soll im kommenden Frühling sein, die Fertigstellung im Jahr 2020.

Steidle-Gebäude prägen das gesamte Stadtbild. Die Architekten haben unter anderem das Werksviertel am Ostbahnhof geplant sowie die Hochschule München an der Dachauer Straße, die Lenbachgärten, das Sozialbürgerhaus am Harras oder das Wohnquartier am Ackermannbogen gebaut. Die Landschaftsarchitekten Liebald + Aufermann haben unter anderem die Gärten des „The Seven“ an der Müllerstraße und Innenhöfe in der Messestadt Riem gestaltet.

Die Entwürfe können noch bis 19. Mai werktags von 8 bis 18 Uhr besichtigt werden: im Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Blumenstraße 28b.

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