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Liegt seit rund 15 Jahren brach: die „Sendlinger Wüste“ am Herzog-Ernst-Platz.

Pläne der GWG

Bebauungspläne: Die „Sendlinger Wüste“ soll aufblühen

München - Die Planungen für die „Sendlinger Wüste“ konkretisieren sich: Die GWG will das 9900 Quadratmeter große Grundstück am Herzog-Ernst-Platz bebauen.

In dem Konzept, das die städtische Wohnungsgesellschaft nun vorgelegt hat, sind Wohnungen und Kinderbetreuungseinrichtungen geplant, ein Boardinghaus sowie Räume für die Münchner Aids-Hilfe und den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF).

Im Sommer weht oft Staub über die steinige Fläche. Nicht nur das verärgert Anwohner. Das Areal liegt seit rund 15 Jahren brach. Doch inzwischen steht fest, dass das Grundstück – von den Behörden als MK 6 bezeichnet – bebaut wird, und zwar mit deutlich mehr Wohnungen als zunächst geplant. Ein Verdienst des Bezirksausschusses Sendling (BA 6), der jahrelang darum gekämpft hat: „Ursprünglich war nur ein Wohnanteil von 20 Prozent vorgesehen“, sagt BA-Chef Markus Lutz (SPD). „Nun sind es 50 Prozent.“ Die Verwaltung hatte das lange ausgeschlossen: Es handle sich um ein Kerngebiet. Vor allem Büros und Geschäfte sollten dort entstehen. Doch die Sache hatte einen Haken: Die Stadt schrieb das Areal immer wieder aus, fand jedoch keinen Investor.

„Wir beantragten 2011 eine Änderung des Bebauungsplans“, sagt Lutz. Aus dem Kerngebiet sollte ein allgemeines Wohn- oder Mischgebiet werden. 2014 forderte der BA, die Ausschreibungen einzustellen. Kommunal- und Planungsreferat reagierten zurückhaltend: Mehr als 30 Prozent für Wohnungen seien nicht möglich. Mitte 2015 kam dann das Umschwenken. Das Planungsreferat informierte den BA, dass es mit dem Kommunalreferat die Vergabe an eine städtische Wohnungsbaugesellschaft vorbereite. Es werde ein Wohnanteil von bis zu 60 Prozent durch „eine Befreiung beziehungsweise Ausnahme gemäß §31 Baugesetzbuch“ ermöglicht.

Die Planungen der GWG, die sich schon lange um das Grundstück bemühte, sind noch in der Anfangsphase. Angedacht sind ein Haus für Kinder, ein Boardinghaus, ein Supermarkt, Verwaltungsräume für den SkF und ein von der Aids-Hilfe betriebenes Café. Daneben schlägt das Konzept rund 1350 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für freifinanziertes Wohnen vor und etwa 2500 Quadratmeter für das Förderprogramm „München Modell Miete“. Etwa 1750 Quadratmeter sind für Azubis und städtische Bedienstete vorgesehen.

Im April oder Mai befasst sich der Stadtrat mit der Übergabe an die GWG. Gibt er grünes Licht, könnte die Wohnungsgesellschaft einen Architekturwettbewerb ausloben. Der Baubeginn könnte wohl frühestens 2019 sein. Bis dahin bleibt dort Sendlings Wüste.

Brigitta Wenninger

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