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Kripo-Fahner suchen Spuren.

„Ein Nachbar sah noch jemanden wegrennen“

Drei Brände in drei Tagen: In Sendling geht die Angst vor dem irren Feuerteufel um

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In einem ganzen Wohnblock an der Karwendelstraße geht die Angst um. Seit dem vergangenen Wochenende wurden in Kellerräumen absichtlich drei Brände gelegt.

München - In einem ganzen Wohnblock an der Karwendelstraße geht die Angst um. Seit dem vergangenen Wochenende wurden in Kellerräumen absichtlich drei Brände gelegt. Davon gehen Kriminalpolizei und Feuerwehr aus. Am Samstag brannte es in dem Gebäude der Städtischen Wohnungsgesellschaft GWG in Sendling jeweils am frühen Morgen und spätnachts. Beide Feuer endeten glimpflich, niemand wurde verletzt. Doch am Montagabend war die Lage dramatischer: Die Feuerwehr rettete viele Bewohner vor dem Erstickungstod. Nachbarn fühlen sich bedroht, jeder fragt sich: Wer ist der irre Feuerteufel?

In dem Kellerabteil von Katharina Wittmann (69) lagerten Haushaltswaren, Töpfe, Geschirr. „Ein paar Koffer und andere Sachen, für die ich in der Wohnung keinen Platz habe“, sagt sie. Jetzt ist alles verkohlt, reif für den Sperrmüll. Warum? „Weil irgendein Kranker hier seine Spielchen treibt“, schimpft Ulrike Mihotek (57). Die Pflegerin lebt zusammen mit ihrem Mann Zlatan (58) seit 20 Jahren in dem Haus an der Karwendelstraße. Noch nie sei es dort zu solchen Taten gekommen. „Wir leben in einer sehr guten Hausgemeinschaft“, betont Katharina Wittmann. Umso gruseliger, dass jetzt ein Brandstifter in den Kellerräumen herumschleicht und scheinbar wahllos Feuer legt.

Dritter Brand in vier Tagen: Die Kripo ermittelt in Mittersendling

Zwei Kellerabteile brannten völlig aus

Nach dem ersten Brand in der Nacht auf Samstag ging die Polizei noch von einem technischen Defekt aus. Ermittler fanden in einem Kellerraum einen Koffer mit verbrannten Akkus und anderen Gegenständen, vermutlich die Quelle des Feuers. Noch am selben Tag mussten die Einsatzkräfte ein zweites Mal nach Sendling ausrücken. Eine Frau entdeckte Rauch, der aus einem Sicherungskasten im Keller strömte. Sie wählte den Notruf, alle Bewohner retteten sich ins Freie.

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Zwei Kellerabteile brannten völlig aus, darunter auch das von Katharina Wittmann. Der Rauch zog durch das Treppenhaus, hinterließ Ruß an den Wänden und Gestank. Die Menschen konnten aber wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Jetzt war für viele klar: Hier wird absichtlich gezündelt!

Schlaflose Nächte

Einige Bewohner, darunter auch Ulrike Mihotek, hatten schlaflose Nächte. Zu groß war die Angst vor der nächsten Tat. Andere wollten den Zündler in die Finger bekommen und legten sich deshalb auf die Lauer. So wie Petra Dexler. Die 44-Jährige erzählt im Gespräch mit der tz, wie sie den Brand am Montagabend erlebte: „Plötzlich war wieder überall Rauch. Ein Nachbar sah noch jemanden wegrennen.“

Die Feuerwehr musste Bewohner, darunter auch einige mit Behinderungen, mit Drehleitern retten. Fensterscheiben wurden eingeschlagen. Die Szenen waren dramatisch. Die Polizei jagt den Sendlinger Feuerteufel. Katharina Wittmann hofft, dass er schnell gefasst wird: „Es geht um Menschenleben.“

Johannes Heininger

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-Seite „Sendling – mein Viertel“.

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