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Tonnenweise Party-Müll an der Isar. Das ist im Sommer die nach wie vor bittere Realität.

Verschmutzung geht munter weiter

Flaucher-Frust geht munter weiter: Tonnenweise Party-Müll 

Berge von Tüten, Papptellern, Flaschen und Scherben: Die kleinen Gitterboxen, die als Mülleimer dienen sollen, sind längst zum Bersten voll. Das ist nicht nur für die Anwohner in den Sommermonaten ein großes Problem.

München - Was wir da am Freitag am Flaucher sahen, ist nicht neu, aber es ist immer wieder erschütternd greislig. An einem Ort, an dem München Erholung sucht, findet man Abfall. Das macht die Anwohner grantig – so wie Harald D. (59), den wir unten auf dem runden Foto sehen. Er hat uns auch die Bilder geschickt, die wir oben zeigen. D. protestiert seit Jahren gegen die Saubären, mit überschaubarem Erfolg. Er ist sicher: Auch an diesem Wochenende wird es wieder viele Leute an den Flaucher ziehen. Zum Entspannen, zum Feiern, zum Grillen. Und wenn sich die Rauchschwaden lichten, bleibt von der Party nur der Müll.

Bisherige Maßnahmen zeigen nur bedingt Wirkung

Grundsätzlich ist das Grillen erlaubt, die Stadt hat extra Zonen dafür eingerichtet: Insofern tut das Party-Volk hier nichts Verbotenes. Und: Grundsätzlich seien die Leute im Verlauf der letzten Jahre auch vernünftiger geworden. Hartmut Keitel vom Verein Deine Isar sagt: „Kronkorken und Zigarettenstummel findet man zwar noch, aber den großen Müll sieht man immer seltener.“

Auch Flaschen werden rund um das Isar-Ufer öfter mal liegengelassen.

Allerdings: Gerade im Hochsommer hilft die Statistik nicht viel weiter – da schaut’s dann eben aus wie auf den Fotos. Anwohner Harald D. ist sauer: „Da müsste man saftige Strafen verhängen.“ Zuständig für den Flaucher ist das städtische Baureferat. Dort kennt man das Problem mit den Partys und ihren Folgen, hat auch schon mehrfach an den Stellschrauben gedreht. Zum Beispiel sind Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma unterwegs, die die Ufer auch nachts kontrollieren. Reinigungspersonal rückt mehrmals die Woche an. 95 Gitterboxen und sechs Abfallcontainer hat die Verwaltung aufgestellt, und fürs Wochenende gibt’s regelmäßig zwei Extra-Container. Die Mitarbeiter entleeren die „bei Bedarf“, so hieß es vom Baureferat am Freitag auf unsere Anfrage.

Wobei der Bedarf manchmal dann offenbar doch deutlich höher sein kann als erwartet – wie es uns die prall gefüllten Gitterboxen am Flauchersteg zeigen.

Niederlande: Darum müllt die Polizei Garten von Jugendlichen zu

Verschmutzter Flaucher: Das sagen die Anwohner

Das ist dreist Ich finde das total dreist, seinen Müll einfach liegenzulassen. Und dazu ist es völlig unverständlich: Es ist halt einfach so schön hier und der viele Müll macht alles kaputt. Die Erholung, die man hier sucht, findet man nur noch eingeschränkt. Wir sind gerade auf Radltour an der Isar entlang und wollten hier eigentlich ganz entspannt rasten. Christina R. (31), Psychologin aus Münster

Unsolidarisch Es ist wirklich schade. Wir manövrieren uns hier in ein Chaos hinein. Die Leute haben so eine Scheißegal-Einstellung: Irgendwer räumt mir meinen Müll schon hinterher. Das ist total unsolidarisch. Klar ist es hier sauberer als in anderen Teilen der Welt. Aber es ist doch bezeichnend, dass wir die Orte zerstören, die wir dringend brauchen, um uns zu erholen. Stefan M. (52), Sozialarbeiter aus München

Oase kaputt Ich grille heute zum ersten Mal an der Isar, und es ist so schön. Aber der Müll stört schon. Wir haben eine Mülltüte hier. Von uns wird man keinen Krümel finden. Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ich so einen Saustall hinterlassen würde. Das hier soll doch eine Oase sein. Warum macht man sich das selbst kaputt? Anton R. (28), Prüfungskoordinator aus Holzkirchen

Grillen, trinken und feiern - die Isar ist schon lange der Party-Hotspot Nummer eins in der Stadt. Das stinkt vielen gewaltig. Ein Kind hat nun seine Stimme, oder besser gesagt, den Stift erhoben und mahnt mit einer eindringlichen Botschaft.

Severin Heidrich

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