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Müssen wohl mit einem Privatinvestor leben: Kommunalreferent Axel Markwardt (links) und Markthallen-Chef Boris Schwartz. Die Stadt will so Geld sparen. 

Standort gefunden

Großmarkthalle in Sendling: Stadt will privaten Investor

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Es gab heftige Diskussion um einen neuen Standort der Großmarkthalle in Sendling. Ein Umzug nach Vaterstetten war im Gespräch. Diese Pläne sind offenbar vom Tisch.

München - Großmarkthalle bleibt offenbar in Sendling. Errichten soll den Neubau aber ein privater Investor. Darauf haben sich Informationen unserer Zeitung zufolge die Spitzen der Rathaus-Kooperation aus SPD und CSU am Mittwochabend verständigt. Die Entscheidung muss noch durch die Fraktionen, unumstritten ist sie nicht. 

Im Stadtrat war quer durch alle Parteien Kritik laut geworden. Denn für den Neubau an der Thalkirchner Straße kalkulierte das zuständige Kommunalreferat mit Gesamtkosten von 158 Millionen Euro. Die neue Halle allein würde 123 Millionen Euro verschlingen, hinzu kommen noch Ausgaben von 35 Millionen Euro für Lärmschutz, Erschließung, Abriss oder die Entfernung von Altlasten. Bei nicht wenigen Stadträten galten die Pläne als deutlich zu ambitioniert. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis mehr.

Lesen Sie auch zum Thema: Trotz hoher Kosten - Markt-Chef wirbt für Neubau der Großmarkthalle

Weil die Planungen der Stadt viel Zeit in Anspruch nahmen, begehrten einige Händler bereits auf. Wegen der ungewissen Zukunft des Standortes und der mitunter unbefriedigenden Mietsituation, wonach Verträge lediglich für die Dauer von drei Monaten abgeschlossen wurden, kokettierten einige Unternehmer sogar offen mit einem Umzug nach Vaterstetten. Dort war wohl ein Investor gefunden, der im Ortsteil Parsdorf, gegenüber dem Möbelhaus Segmüller auf der anderen Seite der Autobahn, eine neue Halle errichten würde. 

Ein Umzug ist wohl vom Tisch

Passieren muss etwas. Die Großmarkthalle ist marode. Der Stadtrat hatte sich daher 2013 entschlossen, Planungen für einen Neubau in Auftrag zu geben. Auf dem etwa 45.000 Quadratmeter großen Hallengelände sind rund 24.000 Hektar für die Vermietung vorgesehen. Durch Neubau und Umstrukturierung würden ferner Flächen frei, die für den Bau dringend benötigter Wohnungen genutzt werden könnten. Alternierend bestünde immer noch die Möglichkeit, den Großmarkt aufzugeben. Dann würden in exponierter Lage Flächen für Wohnungen frei. Allerdings ist auch das nicht viel günstiger, das Kommunalreferat geht bei dieser Variante immer noch von Kosten von 120 Millionen Euro aus, da das Gelände freigeräumt werden müsste. Offenbar ist das aber vom Tisch.

Lesen Sie hier: Händler-Initiative kämpft um Markt-Standort in Sendling

Stadt würde Mieter des Großmarktes 

Wegen der hohen Kosten für den Neubau hatten bereits Mitte Mai Stadträte den Vorschlag gemacht, das Projekt extern zu vergeben. Das Grundstück würde verpachtet, ein Investor errichtet die Halle und vermietet diese danach an die Stadt. Und die könnte wiederum die Flächen an die Händler vermieten. Auf der Hand liegt der Vorteil, dass sich das Rathaus damit Geld spart. Die Kosten seien überschaubar, hieß es aus Rathauskreisen. „Das amortisiert sich“, sagte ein Insider. „Durch den Mietzins haben wir am Jahresende möglicherweise ein leichtes Plus, allenfalls geht es Null auf Null auf.“ 

Allerdings ist das Modell nicht ganz frei von Fährnissen. Zwar gibt es dem Vernehmen nach bereits Investoren aus dem Umfeld Großmarkthalle, die sich an einem solchen Projekt nur zu gerne beteiligen würden. Jedoch wird die Stadt den Neubau freilich ausschreiben müssen. Und die Höhe der Mieten ist dann möglicherweise abhängig von einem Investor, der Rendite will.

Geplant ist, dass der Stadtrat final am 6. Juli entscheidet. Ob der Termin zu halten ist, gilt aber als fraglich.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Sendling – mein Viertel.

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