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Unten fließt der Verkehr, oben staut er sich: der Luise-Kiesselbach-Tunnel sorgt für Unmut bei den Anwohnern.

Sendling-Westpark

Kiesselbach-Tunnel: Unmut über Zufahrten

München - Knapp eineinhalb Jahre nach der Eröffnung des Luise-Kiesselbach-Tunnels gleichen einige Straßen an der Oberfläche immer noch einer Baustelle. Darüber und über die aktuelle Verkehrslage beschwerten sich Anwohner in der Bürgerversammlung im Stadtbezirk Sendling-Westpark.

Während die Autos unten rollen, staut sich der Verkehr in den Zufahrtsstraßen an der Oberfläche. Wie Günter Keller, der Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Sendling-Westpark und des Verkehrsausschusses, mitteilte, reiche der Stau auf der Lindauer Autobahn bis über die Blumenau hinaus, auf der Garmischer Straße stünden die Autos bis Kreuzhof. Ein Grund: „Bei der geringsten Störung im Tunnel weichen die Autofahrer an die Oberfläche aus und machten den Stadtbezirk dicht“, vermutet Keller.

In der Bürgerversammlung am Donnerstagabend wurden Forderungen nach einer optimierten Verkehrsführung in den Straßen um den Luise-Kiesselbach-Platz laut, um die Situation in den Griff zu bekommen. Ein Anwohner klagte etwa über den stockenden Verkehrsfluss in Richtung Norden. Trotz der vierspurigen Fahrbahn staue sich der Verkehr hier regelmäßig. Der Andrang der Linksabbieger in die Waldfriedhofstraße sei derart groß, dass diese die Autofahrer in Richtung Garmischer Straße ausbremsten. Die beiden Spuren für Rechtsabbieger jedoch seien nicht ausgelastet. Seine Forderung, die zweite Abbiegespur in die Albert-Roßhauper-Straße aufzuheben, um so einen reibungslosen Verkehrsfluss zu gewährleisten, stieß auf große Zustimmung der Bürger und Stadtviertelpolitiker.

Insgesamt geht es den Bürgern im Bezirk Sendling-Westpark zu langsam voran, viele fühlen sich auch nicht ausreichend informiert. Anwohner der Murnauer Straßer klagten über die Lärmbelastung durch eine veränderte Verkehrsführung um den Tunnel. Eine Zufahrt von der Höglworther auf die Heckenstaller Straße wie vor dem Tunnelbau sei nun nicht mehr möglich. In einem Antrag fordern sie von der Stadt, erste Verkehrszählungen durchzuführen und darzulegen, wie sich Lärmpegel und Schadstoffgehalt seit der Eröffnung im letzten Jahr verändert haben.

Ein Sprecher des Planungsreferats warf jedoch ein, dass man dies erst nach einer Eingewöhnungsphase und nachdem alle Baumaßnahmen abgeschlossen seien angehen wolle. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung sollen die Bürger mehr über die Schadstoffmessungen am Luise-Kiesselbach-Platz erfahren, fordert Marion Kutscher, Sprecherin der Bürgerinitiative BAB 96 München. „Wir wollen mehr Transparenz“.

Christian Seipel

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