Das Führungsteam der maerkthallen wirbt nachdrücklich für den Erhalt des Standorts in Sendling.

Planung bald im Stadtrat

Trotz hoher Kosten: Markt-Chef wirbt für Neubau der Großmarkthalle

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Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) möchte den Neubau der Großmarkthalle noch vor der Sommerpause auf den Weg bringen - und damit den Stadtort in Sendling erhalten. Anfang Juli soll der Stadtrat mit der Planung befasst werden.

München - Der Kommunalreferent und das Führungsteam der Markthallen warben nachdrücklich für den Erhalt des Standorts in Sendling, zwischen Schäftlarn- und Thalkirchner Straße. Markwardt sagte, viele Metropolen Europas würden Großmarkthallen wieder in die Städte holen. „Wir haben einen Standort mitten in der Stadt – seit mehr als 100 Jahren.“

400 Firmen mit 2500 Arbeitsplätzen

Seine Argumente für den Neubau: 400 Firmen mit 2500 Arbeitsplätzen, der ökologische Aspekt, Gewerbesteuereinnahmen. Außerdem würde viele Kleinhändler und alle Münchner Märkte ihre Ware in Sendling beziehen. Ein weiteres Argument: „Ohne Großmarkthalle würden Monopolisten gestärkt.“ Am Geld soll es nach Meinung Markwardts nicht scheitern, wiewohl ihm bekannt sei, „dass manchen Stadträten die Kosten nicht gefallen“. Der Kommunalreferent stellte aber klar, dass bereits im Stadtratsbeschluss von 2015 ein Kostenrahmen von 142 bis 153 Millionen Euro (inklusive Risikozuschlag) benannt worden sei. Davon gehe man immer noch aus. Der Neubau koste 105 Millionen Euro, dazu kämen 35 Millionen Euro Fixkosten für Lärmschutz, Erschließung, Abriss oder die Entfernung von Altlasten – und ein Risikozuschlag von maximal zehn Prozent. Man wolle für das Projekt einen Generalunternehmer beauftragen und keine Einzelgewerke vergeben.

„Wir wollen einen vernünftigen Funktionsbau hinstellen“

Markwardt deutete an, dass die ursprünglichen Pläne etwas abgespeckt worden seien. „Wir wollen einen vernünftigen Funktionsbau hinstellen“, so der Kommunalreferent. Zwischenzeitlich kolportierte Kosten in Höhe von 180 bis 200 Millionen Euro seien jedoch nie aus seinem Hause gekommen. Auf dem etwa 44.000 Quadratmeter großen Gelände ist etwa 23.000 Quadratmeter vermietbare Hallenfläche vorgesehen. Zudem würden Flächen für Wohnungen frei.

Axel Markwardt will die Großmarkthalle in Sendling halten.

Falls die Großmarkthalle abwandert – womöglich nach Parsdorf (Gemeinde Vaterstetten) – könnten in Sendling Wohnungen entstehen. Laut Markwardt würde das Grundstück aber keineswegs von heute auf morgen baureif sein. Er rechnet mit einem Aufwand von 70 Millionen Euro, um den Grund bebaubar zu machen. Laut Markwardt steht München mit der Gemeinde Vaterstetten in gutem Kontakt. „Wir haben vereinbart, uns nicht gegenseitig das Leben schwer zu machen“, so Markwardt. Falls der Stadtrat vor der Sommerpause Klarheit für einen Neubau schaffe, werde Parsdorf von seinen Plänen für eine Großmarkthalle absehen.

Unterdessen wächst die Unterstützung für die Standortinitiative „Großmarkt in Sendling. Jetzt.“ Nachdem sich seit der Formierung im April mehr als 20 Händler und am Großmarkt tätige Unternehmen angeschlossen haben, tritt auch die Erzeugergemeinschaft der Gärtner mit 23 Mitgliedern bei. „Der große Zuspruch zeigt, wie wichtig den Händlern eine Zukunft hier in Sendling ist“, sagt Christian Kieslinger, Geschäftsführer der Firma Früchte Feldbrach. Auch der Bezirksausschuss Sendling begrüßt das Engagement der Standortinitiative.

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