Schüler müssen nach Hadern umziehen

Aus für Montessori-Schule in Sendling

München - Für die Elterninitiative, die seit drei Jahren verzweifelt um den Erhalt der Montessori-Schule in Sendling kämpft, ist es ein Schlag ins Gesicht: Die Stadt will das Areal an der Reutberger Straße früher selber nutzen, die Schüler müssen nun nach Hadern umziehen.

Der Bildungsausschuss der Stadt hat entschieden, dass die Einrichtung nicht an der Reutberger Straße bleiben kann und auch kein alternativer Standort im Stadtteil vorhanden ist. Damit ist das Ende der Traditionsschule so gut wie besiegelt.

Eine herbe Enttäuschung für die Eltern. Im Herbst nämlich kamen noch andere Aussagen aus der Verwaltung. Ein Vertreter des Referats für Bildung und Sport (RBS) verkündete bei der Bürgerversammlung in Sendling, die Montessori-Schule könne bis 2017 in dem Gebäude an der Reutberger Straße bleiben.

Doch in der Vorlage, die das Referat dem Bildungsausschuss jetzt vorlegte, ist davon keine Rede mehr. In der Begründung wurde unter anderem auf die Raumnot verwiesen. Die Stadt brauche das Grundstück dringend selbst, um dort neue Schul- und Kitaeinrichtungen zu bauen. Die Konsequenz: Ende August läuft der Erbpachtvertrag aus, und die Montessori-Schule, die sich seit 40 Jahren in Sendling befindet, muss raus. „Die Stadt gibt uns auf“, klagt Karin Ertl vom Vorstand des Vereins „Montessori für Sendling“. Dieser war gegründet worden, um die Schule zu retten und einen Ersatzstandort zu finden.

Doch keiner der Vorschläge kam für die Stadt in Frage. Drei Jahre Arbeit und ehrenamtliches Engagement laufen damit ins Leere. „Wir müssen uns jetzt gründlich überlegen, was wir machen. Ich sehe keine große Hoffnung mehr“, sagt Ertl. Besonders bitter für sie und die anderen Mitglieder: „Es steht noch gar nicht fest, wie schnell an der Reutberger Straße gebaut wird.“

Auch der Bezirksausschuss Sendling, der sich für die Eltern stark gemacht hatte, ist betrübt. „Hier wurde eine Chance vertan, man hätte durchaus etwas bewegen können“, sagt der Vorsitzende Markus Lutz (SPD). Die Schule habe ein äußerst gutes pädagogisches Konzept, Inklusion werde großgeschrieben. „Von solchen Plätzen kann man nicht mehr als genug haben.“

Auf der Straße stehen die rund 80 Schüler nun allerdings nicht. Der Träger der Montessori-Schule, die Aktion Sonnenschein, errichtet derzeit an ihrem Hauptstandort in Hadern einen Erweiterungsbau. Mit genügend Flächen auch für die Klassen, die bislang noch an der Reutberger Straße unterrichtet werden. Doch noch ist offen, wie viele Sendlinger Eltern ihren Kindern den deutlich weiteren Schulweg zumuten werden.

Brigitta Wenninger

Rubriklistenbild: © dpa

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