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419 Quadratmeter Wohnfläche, Fußbodenheizung, Solaranlage auf dem Dach und eine Schwimmhalle im Keller. 

In München-Sendling

Franz Josef Strauß‘ Sohn muss aus Villa raus - Offenbar Geldsorgen

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Aus Angst vor der RAF ließ sich Franz Josef Strauß 1978 in Mittersendling ein Haus zur Festung ausbauen. Jetzt haben seine Nachfahren das vormalige Familienanwesen für mehrere Millionen Euro an einen Nachbarn verkauft. 

München - Das Haus sieht von außen gar nicht so aufregend aus, vor allzu Neugierigen gut geschützt durch Mauern, Bäume und eine Kamera. Wer sich näher auskennt in Bayern, weiß aber von der Adresse und dem großen Stück Landesgeschichte dahinter. An der Hirsch-Gereuth-Straße in Mittersendling lebte Franz Josef Strauß in den Jahren, als ihn die RAF bedrohte. Jetzt ist die legendäre Strauß-Villa Vergangenheit – nach Informationen unserer Zeitung hat die Familie das Haus an einen Nachbarn verkauft. Von vier Millionen Euro raunt man in München, ein satter Preis. Mit dem Häuschen vom Baujahr 1939 in ruhiger Wohnlage hat der Bau allerdings längst kaum noch etwas gemein.

Villa der von Franz Josef Strauß: 419 Quadratmeter Wohnfläche, Schwimmhalle und Springbrunnen

Als Strauß 1978 hier einzog, in einer Hauruck-Aktion auf dringendes Anraten seiner Sicherheitsleute, ließ er großflächig umbauen. Panzerglas und Überwachungsanlagen, sogar ein Pförtnerhäuschen für die Polizei sollten ihn und seine Familie vor den Terrortaten jener Jahre schützen. Eine Schwimmhalle im Keller, Sauna, Whirlpool, Fußbodenheizung und eine Solaranlage kamen im Lauf der Jahre bei zwei großen Modernisierungen hinzu, sogar ein kleiner Springbrunnen steht im Garten. Auf dem Gelände verstecken sich inzwischen stolze 419 Quadratmeter Wohnfläche.

Nach dem Tod des Ministerpräsidenten übernimmt Sohn Franz Georg die Villa

Franz Georg Strauß.

Nach Strauß’ Tod übernahm sein jüngerer Sohn Franz Georg den Familienwohnsitz, siedelte auch seine Werbe- und Medienfirma in Mittersendling an. Vor mehreren Jahren geriet er aber in schwere finanzielle Schieflage. Er habe mit Investitionen Fehler gemacht, bekannte Franz Georg. Als ein großer Gläubiger, das Bankhaus UniCredit, die Versteigerung der Strauß-Villa betrieb, geriet die Sache bundesweit in die Schlagzeilen.

In letzter Sekunde wendete der Strauß-Sohn im September 2015 die Zwangsversteigerung (Schätzwert 2,7 Millionen Euro) ab, angeblich mit Hilfe einer bayerischen Privatbank. Er wolle das Haus der Eltern unbedingt halten, wurde er damals zitiert. Eine Versteigerung der Villa kurz nach dem 100. Geburtstag des CSU-Idols FJS wäre, nebenbei erwähnt, auch für die Partei unschön gewesen.

Trotzdem hat alle Mühe nicht geholfen. Die Familie muss das Anwesen in diesen Tagen aufgeben. „Das Haus ist verkauft“, bestätigt Franz Georg Strauß unserer Zeitung. Käufer ist der Nachbar, der Kaufvertrag sei bereits vergangenen November unter Dach und Fach gebracht worden. „Zum Preis sage ich nichts“, es sei Stillschweigen vereinbart worden.

(Lesen Sie auch: 30. Todestag von Franz Josef Strauß: CSU-Spitzenleute gedenken früherem Parteivorsitzenden)

Strauß‘ Sohn: „Ich bleibe Münchner“

Noch wohnt Franz Georg Strauß mit seiner Ehefrau in dem Haus, wohl im April werde er aber ausziehen. „Ich bleibe aber Münchner.“ Nachdem die Kinder ausgezogen sind, sei das Elternhaus zu groß geworden. Große Wehmut? Offenbar hat sich der Strauß-Sohn inzwischen mit dem Verkauf des Elternhauses abgefunden. Die Eltern hätten das Haus auch nicht als Altersruhesitz betrachtet, sondern sie hätten sich „auf ihre alten Tage“ gerne im Tegernseer Tal niedergelassen, erzählt er.

Bekanntlich kam es anders. Mutter Marianne starb 1984 im Alter von nur 54 Jahren in Kreuth, Vater Franz Josef 1988 im Alter von 73 Jahren auf der Jagd bei Regensburg.

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