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Eine Simulation der neuen Großmarkthalle.

Pläne veröffentlicht

Halle, Wohnungen, Viertel: So könnte die neue Großmarkthalle Sendling verändern

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Die Pläne des privaten Hallenbetreibers UGM für den Bau der neuen Großmarkthalle werden konkreter. Erste Details sehen nicht nur den Bau einer dreistöckigen Markthalle vor, sondern auch Platz für mindestens 1550 Wohnungen.

München - Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen – diesem Ratschlag ist Oliver Rob nicht gefolgt. Mit seiner Vision einer neuen Großmarkthalle am Standort Sendling ist Rob stattdessen zur Stadt und zu den Händlern gegangen. Jetzt hat Rob erstmals Details dazu vorgestellt, wie der Plan des Hallenbetreibers Umschlagzentrum Großmarkt München (UGM) für die neue Großmarkthalle und die Nutzung des Geländes aussieht.

Kern des Konzepts: Alle Flächen sollen in einer dreistöckigen Halle am Südrand des Geländes gebündelt werden. Diese soll einen architektonischen Kontrapunkt zum auf der anderen Seite der Schäftlarnstraße aufragenden Heizkraftwerk Süd bilden. 250 Meter lang und 170 Meter breit und halb so hoch wie das Kraftwerk soll die Halle werden. Auf 53 000 Quadratmetern sollen alle Funktionen, die bisher über das gesamte Gelände verteilt sind, gebündelt werden.

„Ein neuer Großmarkt bedeutet auch eine neue Organisation“, stellt Rob klar. Die Lkw-Einfahrt soll ausschließlich über die Schäftlarnstraße erfolgen. Im Erdgeschoss sollen die Umschlagshändler untergebracht werden, 75 Andock-Tore für 40-Tonner-Lkw sollen die Belieferung dieser Händler sichern. Über Laderampen sollen Zwölftonner und Sprinter ins erste und zweite Obergeschoss gelangen. Dort sollen Standhändler mit kleineren Flächen, Gastrolieferanten und auch die Münchner Tafel untergebracht werden. Im zweiten Obergeschoss sei auch ein Endkundenbereich und eine kleine Gastronomie vorgesehen – so will sich der bisher abgeschottete Großmarkt dem Viertel öffnen.

Irgendwie will die neue Halle sogar Teil des Viertels werden. Denn auf dem Dach sollen noch Aufbauten für Büroräume und auch Wohnungen entstehen – bis zu zehn Stockwerke sind hier insgesamt vorgesehen. Ein Dach über dem Innenhof der eigentlichen Großmarkthalle soll dafür sorgen, dass der Lärm nicht nach draußen dringt. Davon sollen auch die Anwohner profitieren. Rob: „Bei einem Neubau müssten wir die strengen Lärmschutzregeln einhalten.“

Durch die Bündelung in einer Halle würden allein südlich der Thalkirchner Straße insgesamt 14 Hektar frei – sieben Hektar mehr als in den bisherigen Planungen. Wie die Stadt diesen Platz nutzen könnte, haben sie sich bei UGM auch überlegt. „Hier wäre Platz für einen lebendigen Mix aus Wohnen und Arbeiten“, erklärt Rob. 1550 Wohnungen könnten entstehen – auf städtischem Grund.

Acht Menschen haben über dem Konzept für das gesamte Areal gebrütet, herausgekommen sind neue Perspektiven für Sendling. Neben den neuen Wohnungen und der Nutzung der freien Flächen soll das Viertel auch näher an die Isar heranrücken. „Bisher blockiert der Großmarkt den direkten Weg“, sagt Rob. Seine Vision: „Wir können uns Fahrrad- und Fußgängerstege für einen direkten Isar-Zugang vorstellen.“

Und warum macht sich die UGM die ganze Arbeit? „Wir waren skeptisch, was das Investorenmodell anging – sowohl von der Zeitschiene als auch von der generellen Umsetzbarkeit“, sagt UGM-Chef Hans Buchhierl. Immer neue Fragestellungen und Probleme seien aufgetaucht. „Dann wollten wir lieber selber bauen.“ Bis 2030 bzw. 2037 liefen überdies die Mietverträge für die jetzigen UGM-Hallen, die von der neuen Großmarkthalle ersetzt werden sollen. „Wir würden diese Mietverträge gerne modifizieren und in Erbbaurecht umwandeln“, sagt Buchhierl.

Das wäre allerdings erst der übernächste Schritt. Zunächst muss der Stadtrat am 25. Juli dem Kommunalreferat einen Prüfauftrag für das alternative Konzept der UGM erteilen. Die Rückmeldungen von Politik und Händlern seien bisher positiv gewesen, sagt Rob. „Wann konnten wir das in den letzten Jahren schon mal behaupten.“

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