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Inge M. wollte eigentlich im Sarg bestattet werden.

Am Sendlinger Friedhof

Münchnerin will bei Familie bestattet werden - und erhält Schock-Nachricht

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Inge M. will ihre letzte Ruhe bei ihrer geliebten Familie auf dem Sendlinger Friedhof finden. Als sie beginnt, Vorbereitungen zu treffen, erhält sie eine Nachricht, die ihr den Schlaf raubt. 

München - Irgendwann macht man sich Gedanken: Wo werde ich einmal meine letzte Ruhe finden? Für Inge M. aus Sendling stand das schon lange fest. Ihre Familie hat seit 1950 ein Grab auf dem Sendlinger Friedhof am Harras. Dort, bei ihren geliebten Verwandten, wollte auch die 77-Jährige einmal begraben werden. Doch ein Schreiben der Friedhofsverwaltung brachte die alte Dame völlig aus der Fassung: Dort sind nun keine Sargbestattungen mehr erlaubt! Wenn Inge M. nach ihrem Tod in das Familiengrab will, muss sie sich verbrennen lassen…

„Losgegangen ist das Ganze schon 2015“, erzählt die Münchnerin der tz. Das Nutzungsrecht für das Grab, um das sie sich kümmert, war abgelaufen. Inge M. will es verlängern lassen. Nach einigen Monaten erst kommt das ­Schreiben der Städtischen Friedhöfe: Gerne könne sie das Nutzungsrecht verlängern – sogar mit geringeren Gebühren. Die Erklärung kam in einem extra Schreiben: Ihre Grabstätte sei „nur noch für Urnenbeisetzung geeignet“.

Inge M.: „Ich war schockiert. Das hat mir viele schlaflose Nächte beschert“

„Ich war schockiert. Das hat mir viele schlaflose Nächte beschert“, sagt Inge M. Verbrannt zu werden, selbst als Leiche – diese Vorstellung gefällt ihr nicht. Die 77-Jährige fragt noch einmal bei der Friedhofsverwaltung nach. „Ich hätte dann sogar die Möglichkeit gekriegt, ein anderes Grab zu bekommen. Aber ich will hier nicht weg. In dem Grab wurden mein Großvati, Grußmutti, Mutti und Vater beerdigt. Mit ihnen möchte ich auch nach meinem Tod verbunden sein.“

Doch das wird – zumindest im Sarg – nicht mehr möglich sein. Grund: „Die Verkehrssicherheit am Friedhof ist sonst nicht mehr gewährleistet“, erklärt Alois Maderspacher vom für die Friedhöfe zuständigen Referat für Gesundheit und Umwelt. Einerseits würden die Särge heutzutage immer größer, andererseits sei gerade der Sendlinger Friedhof sehr „dicht belegt“. Sprich: Die Gräber liegen teils extrem nahe beieinander. Dadurch gibt das Erdreich zwischen frisch ausgehobenen und benachbarten Gräbern immer häufiger nach, breche sogar ein, Grabsteine seien nicht mehr genügend gesichert. Zudem könne wegen der Enge ein Sarg teils nur noch unterhalb des Fundaments beigesetzt werden. „Das ist nach den Vorgaben der Berufsgenossenschaft von Bestattern nicht erlaubt.“

Es sind offenbar bis zu 500 betroffene Grabstätten

In den letzten Jahren sei das Problem immer deutlicher geworden, deshalb habe sich die Friedhofsverwaltung nun dazu entschlossen, die Sargbestattung in einigen Grabfeldern am Sendlinger Friedhof, aber auch am Ostfriedhof nicht mehr zu erlauben. „Das sind sicher bis zu 500 betroffene Grabstätten“, so Maderspacher.

Mitarbeiter der städtischen Friedhöfe wollen mit allen Betroffenen reden und „ausloten, ob man eine Lösung des Problems finden kann“. Denn: „Wir verstehen natürlich, dass das für viele nicht leicht ist.“ Inge M. sagt heute: „Ich habe mich mit dem Gedanken einer Feuerbestattung abgefunden. Ich kann es ja doch nicht ändern.

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