Überreste der Silvesterfeier an der Isar.

Thema im Bezirksausschuss

Sendlinger gegen Silvester-Böllerei an der Isar

Der Bezirksausschuss wünscht sich mehrheitlich ein Verbot von Silvester-Feuerwerk am Flusslauf. 

München - Der Jahreswechsel ist schon wieder Monate her, doch noch immer sind Überbleibsel der Böllerei in den Isarauen zu finden. Allerdings sind die Reste von Feuerwerkskörpern und die Glasscherben, die dort liegen, nicht das alleinige Problem. Deshalb hat nun auch die Mehrheit des Bezirksausschusses (BA) Sendling beantragt, „dass die Isar, ihr Hochwasserbett, die Isarbrücken und die Isarparallele vor geräuschintensivem Silvesterfeuerwerk geschützt werden“.

Erst kürzlich gab es einen ähnlichen Vorstoß im BA Ludwigs-/Isarvorstadt. Dort forderten die Fraktionen von Grünen und Rosa Liste ein Böllerverbot an der Isar. Zum einem verwiesen sie auf die Müllmengen, die das Silvesterspektakel alljährlich verursacht. Zum anderen auf die Feinstaubkonzentration, die durch das Feuerwerk stark steige. Die Abstimmung fiel knapp aus: Zwölf BA-Mitglieder sprachen sich für den Antrag aus, elf dagegen.

Auch der BA Sendling ist sich nicht ganz einig. Die Grünen argumentieren in ihrem Antrag, der weitläufig renaturierte „Grüngürtel Isar“ sei nicht nur ein Naherholungsgebiet für Bürger, sondern auch ein Rückzugsort für Wildtiere. Es handle sich in weiten Teilen um ein Landschaftsschutzgebiet. Die Isar sei also besonders schützenswert. Durch den Silvesterlärm und den damit zusammenhängenden Müll werde der Bereich in besonderem Maße geschädigt. Unter anderem, weil durch Niederschläge giftige pyrotechnische Reststoffe in Boden und Wasser gelangten.

„Wir sind der Meinung, dass feuerwerkfreie Bereiche in München überfällig sind und die Isarbereiche als erste Gebiete künftig von Feuerwerk verschont werden sollten“, heißt es weiter in dem Antrag. Die Isarbrücken müssten ebenfalls eingebunden werden. „Neben dem positiven Effekt für Mensch und Natur wird es sicher auch eine Kostenersparnis bei der Reinigung geben.“ Wie das Ganze in dem Grüngürtel indes umgesetzt werden soll, blieb offen. Die Stadt soll dies nun prüfen.

Während die SPD den Antrag der Grünen befürwortete, konterte die CSU. Andreas Lorenz, der auch im Landtag sitzt, sagte, dass sich zwar jedes Engagement zum Schutz der Isar lohne. „Aber hier geht es um einen Antrag, der sich auf einen einzigen Tag beschränkt.“ Wichtiger sei, sich insgesamt um die Probleme an der Isar zu kümmern. Ihn erinnere das Ganze an den „Veggie Day“. 2013 hatten die Grünen gefordert, an Kantinen einen fleischlosen Tag einzuführen. Lorenz: „Man kann Bürgern nicht alles vorschreiben.“

Brigitta Wenninger

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