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Nach dem tragischen Unfall wurde der BMW des 59-Jährigen abgeschleppt.

Obduktion lässt Fragen offen

Tod im Polizeigriff noch immer rätselhaft

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München - Ein 59-Jähriger kollabierte am 17. März auf dem Mittleren Ring, als Polizisten ihn fesselten. Die Todesursache lässt sich nicht eindeutig bestimmen, auch eine zweite Obduktion ließ Fragen offen.

Der Gärtner Michael E. starb während einer Unfallaufnahme am Mittleren Ring. Warum der 59-Jährige nicht mehr lebt, beschäftigte bereits Rechtsmediziner in München und Erlangen. Er starb durch einen tragischen Unfall – das ist die Meinung der Münchner Polizei. Er starb durch den zu harten Griff eines Beamten – das ist der Vorwurf der Frau des Opfers. Die Familie hat Anzeige erstattet und eine zweite Obduktion in Auftrag gegeben. Doch auch diese lässt Fragen offen.

Michael E. hatte sich in Bamberg einen florierenden Gärtnereibetrieb aufgebaut. Vor einigen Jahren übergab er ihn an seine beiden Söhne. Am 17. März war er mit seiner Ehefrau in München, um die Gartenmesse zu besuchen. Der schicksalhafte Unfall ereignete sich gegen 10.50 Uhr auf der Heckenstallerstraße (wir berichteten). Mit seinem BMW Gran Turismo fuhr Michael E. auf den Ford vor ihm auf. Es entstand ein mittlerer Sachschaden, verletzt wurde niemand. Zwei Polizeibeamte und eine 20-jährige Praktikantin wollten den Unfall aufnehmen. Ein vermeintlicher Routineeinsatz.

Was dann passierte, darüber gehen die Meinungen auseinander. Laut Polizei rastete der 59-Jährige komplett aus. Wie berichtet, soll er versucht haben, einem Polizisten an die Gurgel zu gehen. Und er soll seine Frau geschubst haben, als sie ihn beruhigen wollte. Die Beamten gingen dazwischen und drückten Michael E. auf den Boden, um ihm Handschellen anzulegen. Plötzlich lief der Gärtner rot an und kollabierte. Kurz darauf war er tot. Die Reanimation blieb erfolglos.

Eine Obduktion der Staatsanwaltschaft ergab keine definitive Todesursache, die Rechtsmediziner halten jedoch einen natürlichen Tod für sehr wahrscheinlich. „Es bestanden gravierende Vorerkrankungen an Herz und Lunge“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. „Hinweise auf eine Erstickungsverletzung wurden nicht festgestellt.“

Die Familie E. widerspricht dem vehement. Sie hat Anzeige gegen die Beamten erstattet. Marianne E. bestreitet, dass ihr Mann jemanden angegriffen habe. Er habe lediglich mit den Armen gefuchtelt. Die Polizei habe ihren schimpfenden Mann sofort zu Boden gedrückt, sagte sie der tz. Dabei sei seine Brille kaputt gegangen. Ein Beamter soll ihn als „blödes Arschloch“ bezeichnet haben. „Ich habe geschrien, dass mein Mann schon einmal einen Schlaganfall hatte“, berichtete sie. Auch das Spray für seine Raucher-Lunge hätten die Polizisten gesehen. Ihr Vorwurf: Die Polizisten hätten den Tod ihres Mannes fahrlässig verursacht.

Um dies zu beweisen, veranlasste ihr Sohn Hans-Jürgen in der Erlanger Rechtsmedizin eine zweite Obduktion. Das Ergebnis: „Es ließ sich keine eindeutige Todesursache feststellen“, sagt er unserer Zeitung. Ein Ergebnis, dass sich mit dem aus München deckt, welches E.s Sohn aber ganz anders bewertet als die Münchner Polizei. Die Version seiner Mutter sei durch die Aussage eines Zeugen gedeckt. „Wenn die Polizei keinen Fehler gemacht hat, wieso ist dann mein Vater tot?“

Bei der Staatsanwaltschaft wartet man noch auf das Gutachten aus Erlangen. Bis Freitag war es noch nicht eingegangen. Sollten sich Widersprüche zum Münchner Gutachten ergeben, könnte dies weitere Ermittlungen nach sich ziehen.

Die Polizei verweist ebenfalls auf unabhängige Zeugen, die die Version der Beamten stützen sollen. Man will dort erkennbar nicht den Eindruck erwecken, etwas unter den Teppich zu kehren. „Wir bedauern den Vorfall zutiefst und haben vollstes Verständnis für die Reaktion der Familie“, sagt Sprecher Wolfgang Wenger. „Aber wir bleiben bei unserer Darstellung, die durch Fakten belegt ist.“ Hans-Jürgen E. hält dagegen: „Wir haben in dieser Sache einen langen Atem. Die Polizei braucht nicht glauben, dass die Zeit alle Wunden heilt.“

A. Rychel

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